Politik

"Nicht verantwortbar" Ministerium warnt vor längeren AKW-Laufzeiten

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Das AKW in Neckarwestheim ist noch aktiv.

(Foto: dpa)

Der Krieg in der Ukraine hat auch massive Auswirkungen auf die Energieversorgung. In der deutschen Politik wird deswegen darüber diskutiert, ob man drohende Engpässe mit Atomkraft kompensieren kann. Das Umweltministerium spricht eine deutliche Warnung aus.

Das Bundesumweltministerium (BMUV) hat Rufen nach einer Laufzeitverlängerung der noch bestehenden Atomkraftwerke in Deutschland erneut eine klare Absage erteilt. "Aus Sicherheitsgründen hält das BMUV eine Laufzeitverlängerung der letzten drei Atomkraftwerke in Deutschland für nicht verantwortbar", stellte das Ministerium klar.

In einer Krisenzeit wie dieser könne eine Laufzeitverlängerung der drei restlichen Atomkraftwerke (AKWs) Deutschland "sogar besonders verwundbar machen", warnte das Ministerium. "Die große weltweite Sorge um die AKW-Sicherheit in der Ukraine führt uns allen gerade das potenzielle Schadensausmaß von Atomkraftwerken dramatisch vor Augen."

Hintergrund der erneut entflammten Diskussion über Alternativen zum Atomausstieg ist der Angriff Russlands auf die Ukraine und damit einhergehende Sorgen vor einer sich verschärfenden Lage auf dem Energiemarkt. So hatte etwa der bayrische Ministerpräsident Markus Söder erklärt, er wolle angesichts des Kriegs in der Ukraine die Energieversorgung lieber durch Kernenergie sichern als durch Kohlekraftwerke. Ein längerer Betrieb der verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland könne für einen "kurz begrenzten" Zeitraum "sehr helfen", hatte Söder nach einer Kabinettssitzung in München erklärt.

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Das von der Grünen Steffi Lemke geführte Bundesumweltministerium sieht das ganz anders. "Wir befinden uns in einer Situation, in der wir unsere Energieversorgung sehr schnell krisenfest machen müssen", erklärte ein Ministeriumssprecher. Es gehe nun darum, Energieabhängigkeiten vom Ausland zu reduzieren "ohne neue Risikofaktoren, die sich mit einer Laufzeitverlängerung verbinden würden".

Quelle: ntv.de, tno/dpa

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