Politik

Drogenbeauftragte sieht Suchtpotential Mortler will Kinder vor Onlinegames schützen

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Onlinespiele sollen nach dem Willen der Drogenbeauftragten nicht mehr nur auf Sex und Gewalt allein überprüft werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung soll Jugendliche vor schädlichen Einflüssen schützen. Die lauern nach Auffassung von Marlene Mortler nicht allein in stofflichen Drogen - auch Computerspiele können stark suchterzeugend sein.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, will die Altersfreigabe für Onlinespiele verschärfen. "Die Altersfreigabe ab Null vermittelt den falschen Eindruck, die Spiele seien schon für Kleinkinder geeignet", sagte die CSU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

"Eltern brauchen eine verständliche Orientierung", betonte sie. "Bei den Alterseinstufungen von Spielen darf es in Zukunft nicht nur um Gewalt und Sexualität gehen." Sie setze sich dafür ein, dass auch das Thema "Suchtpotential" berücksichtigt wird. Dies betreffe die Mechanismen bei Onlinespielen, die Kinder und Jugendliche dazu verleiten würden, immer weiter spielen zu wollen.

Viele Spiele wiesen erkennbare Belohnungs- und Bestrafungsmechanismen auf. Wer den Rechner abschalte, verliere in der virtuellen Welt Punkte, Ansehen oder sogar das Leben seines Avatars - wer dagegen online bleibe, werde zum digitalen Helden, kritisierte Mortler. Internetabhängigkeit, insbesondere die Abhängigkeit von Online-Games und Social Media, sei heute ein Massenphänomen.

Ende September hatte der nationale Drogen- und Suchtrat der Politik Korrekturen empfohlen: "Da nach der bestehenden wissenschaftlichen Kenntnislage die frühkindliche Computerspielnutzung kritisch ist, sollte die Altersfreigabe 'Ab 0 Jahren' überprüft werden", hieß es in einem Beschluss der Experten. Bislang gibt es fünf Altersstufen: Computerspiele werden danach ab 0, ab 6, ab 12, ab 16 oder ab 18 Jahren freigegeben.

Quelle: n-tv.de, jve/dpa

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