Politik

Selbst der Geheimdienst warnt Moskau erschafft das Datenmonster

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In Moskau werden alle ohnehin schon vorhandenen Daten der Russen nun zusammengeführt.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Sämtliche Daten eines jeden russischen Staatsbürgers sollen künftig in einer einzigen Datenbank gesammelt werden. Offiziell ist die Rede von einem Schritt auf dem Weg zur Digitalisierung. Der Inlandsgeheimndienst aber warnt vor Hackern.

In Russland sollen künftig die Daten aller Einwohner zentral in einem einzigen Register gespeichert werden. Das beschloss die Staatsduma in Moskau in dritter und letzter Lesung. Damit ist eine Kontrolle der Bevölkerung noch leichter möglich.

Diese Datenbank enthält sämtliche Informationen eines Menschen von der Geburt bis zum Tod. Sie fügt dem Parlament zufolge die Daten aus verschiedenen Registern etwa aus dem Verteidigungs- oder Innenministerium oder der Steuerbehörde zusammen.

Zwar werden von den Behörden bereits sämtliche Informationen erfasst, Kritiker sehen bei der zentralen Datenbank aber vor allem Sicherheitsbedenken. Der Inlandsgeheimdienst FSB warnte in einer früheren Stellungnahme vor Hackern, die dann leichter an persönliche Angaben etwa über Ermittler oder Richter kommen könnten.

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Datenschützer forderten auch Vorschriften, welche Angaben in einem solchen Zentralregister erfasst werden sollen. Außerdem könnten nun viel mehr staatliche Mitarbeiter an die sensiblen Daten gelangen. Moniert wurde auch, dass ein solches Vorhaben extra im Schatten der Corona-Krise verabschiedet wurde.

Die Verfasser des Gesetzes sehen in der von der Steuerbehörde geführten Datenbank der Duma zufolge auch ein Mittel zur Bekämpfung von Kriminalität und Betrug. Dieses Gesetz sei ein Schritt zur "Digitalisierung der Gesellschaft". Es tritt Anfang 2022 in Kraft.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa