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Ex-Präsident plante Ausbruch Mursi legt Berufung gegen Todesurteil ein

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Der ehemalige Präsident der Muslimbrüder wird im Mai von einem Gericht in Kairo verurteilt.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Mohammed Mursi galt einst als Hoffnung für Ägypten, dann wird er vom Militär entmachtet. In anschließenden Prozessen verhängt ein Gericht gleich zwei Höchststrafen: Lebenslang und Todesstrafe. Beide Urteile fechtet der gestürzte Präsident an.

Der gestürzte ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat Berufung gegen seine Todesstrafe wegen eines Gefängnisausbruches eingelegt. Die Entscheidung des Gerichts beruhe auf mangelhaften Beweisen, zitierte die unabhängige Tageszeitung "Al-Masry Al-Youm" einen Verteidiger des Islamisten.

Nun muss Ägyptens höchstes Berufungsgericht entscheiden, ob dem Antrag stattgegeben wird. Mursi legte ebenso Berufung gegen eine im selben Prozess verhängte lebenslange Haftstrafe gegen ihn ein.

Mursi plante Flucht

Ein Kairoer Gericht hatte im Juni das im Mai verkündete Todesurteil gegen Ägyptens ersten frei gewählten Präsidenten bestätigt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Islamist Anfang 2011 gemeinsam mit der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah eine Flucht aus dem Gefängnis organisiert hatte. Menschenrechtsorganisationen und Regierungen hatten das Verfahren sowie das Urteil wiederholt als unfair kritisiert.

Nach den arabischen Aufständen von 2011 hatte Mursi die Präsidentenwahl im Juni des Folgejahres als Kandidat der islamistischen Muslimbruderschaft gewonnen. Anfang Juli 2013 wurde er nach Massenprotesten gegen seine autoritäre Herrschaft vom Militär gestürzt.

Beispiellose Massenprozesse

Nach der Absetzung kam der heutige Staatschef al-Sisi an die Macht, der beim Sturz Mursis Armeechef war. Die Muslimbrüder wurden verboten. Seither wurden mehr als 1400 Mursi-Anhänger getötet und nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch über 40.000 weitere festgenommen.

Massenprozesse, bei denen im Schnellverfahren hunderte Islamisten zum Tode verurteilt wurden, bezeichnete die UNO als "beispiellos in der jüngeren Geschichte".

Quelle: n-tv.de, jgu/AFP/dpa

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