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Tests besorgen den Süden Nordkorea feuert Raketen ins Meer

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In Seoul verfolgen Passanten eine Nachrichtensendung, die über einen Raketentest Nordkoreas berichtet.

(Foto: dpa)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zeigt sich unzufrieden angesichts der stockenden Verhandlungen mit den USA. Am Vortag beschimpft er deshalb schon US-Außenminister Pompeo, nun lässt er wieder mal Taten folgen.

Unmittelbar vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Biarritz hat Nordkorea erneut Raketen getestet. Das Militär des international isolierten Landes habe am Samstagmorgen zwei augenscheinlich ballistische Raketen von der östlichen Stadt Sondok aus abgefeuert, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit. Sie seien etwa 380 Kilometer weit geflogen und hätten eine Höhe von 97 Kilometern erreicht, erklärte der südkoreanische Generalstab. Es ist der siebte Test dieser Art seit Ende Juli.

Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite sind Nordkorea, das auch schon mehrfach Atombomben getestet hat, durch UN-Resolutionen untersagt. Derartige Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können. Japans Verteidigungsminister Takeshi Iwaya sagte, die Raketentests seien eine klare Verletzung von UN-Resolutionen und könnten nicht ignoriert werden. Die japanische Küstenwache warnte Schiffe davor, sich im Meer treibenden Trümmern zu nähern.

Südkorea plant "diplomatische Anstrengungen"

Bereits in den Wochen zuvor hatte Nordkorea ein Militärmanöver der USA mit Südkorea zum Anlass für mehrere Raketentests genommen. Seoul wertete die Tests des abgeschotteten Nachbarlandes jeweils als "Machtdemonstration", die den Unmut Pjöngjangs über die Manöver in Südkorea zeigen sollten. Allerdings ist die Militärübung inzwischen beendet worden. Der Nationale Sicherheitsrat Südkoreas zeigte sich besorgt darüber, dass Nordkorea dennoch den weiteren Raketentest durchführte. Er rief Nordkorea auf, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nicht weiter zu schüren.

Sobald wie möglich sollten diplomatische Anstrengungen unternommen werden, um Nordkorea zu Gesprächen mit den USA über eine nukleare Abrüstung zu bringen, erklärte das südkoreanische Präsidialamt. Dies dürfte das Ziel der Führung in Pjöngjang sein. Nordkorea hatte wiederholt die gemeinsamen Militärübungen Südkoreas und der USA, die Lieferung von High-Tech-Waffen aus den USA nach Südkroea und den jüngsten US-Raketentest kritisiert.

US-Präsident Donald Trump hat sich bisher zurückhaltend zu den nordkoreanischen Raketentests geäußert. Er setzt darauf, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, mit dem er sich seit Juni 2018 bereits dreimal getroffen hat, die Verhandlungen über einen Rückbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms wiederaufnehmen will.

Trump reagiert gelassen

Auch auf die jüngste Provokation aus Pjöngjang reagierte Trump betont gelassen. Kurz vor seinem Abflug zum G7-Gipfel in Frankreich bemühte sich der US-Präsident in der Nacht zu Samstag in Washington, die Bedeutung des Raketentests herunterzuspielen. "Er testet gerne Raketen", sagte Trump mit Blick auf Kim. Andere Staaten täten das auch. Die USA hätten selbst erst vor einigen Tagen einen Raketentest durchgeführt.

Die USA hatten am vergangenen Wochenende von der kalifornischen Insel San Nicolas einen Marschflugkörper abgefeuert. Dieser erreichte nach Angaben des Pentagons sein Ziel nach mehr als 500 Kilometern Flug präzise. Der Test wäre nach dem wichtigen INF-Abrüstungsabkommen mit Russland verboten gewesen. Das Abkommen gilt jedoch seit Anfang August nicht mehr.

Kim scheint unterdessen weiter auf Eskalation zu setzen. Am Vortag bezeichnete er US-Außenminister Mike Pompeo als "unverbesserliches Gift". Pompeo hatte zuvor betont, die USA würden Nordkorea weiterhin mit "härtesten" Sanktionen belegen, bis das Land atomar abrüste.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/rts

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