Politik

Anschuldigungen aus Seoul Nordkorea tötet und verbrennt Südkoreaner

imago0102691036h.jpg

Der südkoreanische Beamte soll von nordkoreanischen Sicherheitskräften erst getötet und dann verbrannt worden sein.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Seit einiger Zeit vermisst Südkorea einen Mitarbeiter der Fischereibehörde. Auf einem Patrouillenboot werden seine Schuhe gefunden. Zwischenzeitlich wird über eine Flucht nach Nordkorea spekuliert. Nun gibt es Geheimdienstinformationen zum Schicksal des Beamten - und einen schlimmen Verdacht.

Nordkoreanische Sicherheitskräfte haben bei einem Vorfall im Meeresgebiet des Staates nach Angaben aus Seoul einen südkoreanischen Behördenmitarbeiter erschossen. Wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte, war der 47-jährige Mitarbeiter der Fischereibehörde unter unklaren Umständen von seinem Patrouillenboot verschwunden und dann in nordkoreanisches Gewässer gelangt.

Der Mann sei daraufhin von nordkoreanischen Sicherheitskräften erschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul auf Grundlage der Analyse von Geheimdienstinformationen weiter mit. Seine Leiche sei anschließend in Nordkorea verbrannt worden. Das südkoreanische Ministerium nannte den Vorfall "ungeheuerlich". Alle Verantwortung für den Vorfall liege bei Nordkorea.

Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap gibt es Informationen, wonach Nordkorea nach der Erschießung die Leiche des Beamten als Maßnahme gegen eine Verbreitung des Coronavirus verbrannt hat. Der Befehlshaber der in Südkorea stationierten US-Truppen, Robert Abrams, hatte vor zwei Wochen gesagt, Angehörige einer nordkoreanischen Spezialtruppe hätten einen Schießbefehl gegen mögliche Schmuggler aus China erhalten, um die Einschleppung des Coronavirus zu verhindern.

Der Mann war den Angaben des Ministeriums zufolge nahe der zu Südkorea gehörenden Insel Yeonpyeong unterwegs gewesen, bevor er verschwand. Laut Medienberichten wurden die Schuhe des Mannes auf dem Patrouillenboot gefunden. Dies löste Spekulationen aus, dass er versucht haben könnte, sich nach Nordkorea abzusetzen. Im Juli war ein Nordkoreaner, der vor drei Jahren in den Süden geflüchtet war, heimlich über die stark abgesicherte Grenze nach Nordkorea zurückgekehrt.

Die Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten haben sich seit dem Scheitern eines Gipfeltreffens zwischen dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump im Februar vergangenen Jahres deutlich verschärft. Seither liegen die Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea über einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms auf Eis.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa