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Sekte Colonia Dignidad in Chile Opfer wollen Entschädigung von Deutschen

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Eingangsbereich der Colonia Dignidad im chilenischen Parral in den 1980er-Jahren.

(Foto: picture alliance / dpa)

Über Jahrzehnte treibt die deutsche Sekte Colonia Dignidad ihr Unwesen in Chile. Ungeachtet der Berichte über Zwangsarbeit, Gewalt und Missbrauch tut Deutschland lange nichts. Überlebende Opfer fordern Anerkennung und Geld.

Nach der Öffnung der Colonia-Dignidad-Akten durch das Auswärtige Amt verlangen Opfer der Sekte Entschädigungszahlungen vom deutschen Staat. "Für die, die damals Kinder waren, muss es wenigstens eine einmalige Entschädigung geben. 5000 Euro pro Person wären angemessen", sagte die ehemalige Colonia-Bewohnerin Anna Schnellenkamp der "Berliner Zeitung". Dabei gehe es um etwa 150 Betroffene.

Diese Menschen hätten entsetzliches Leid erlebt, seien misshandelt und von ihren Eltern getrennt worden, sagte Schnellenkamp. Der deutsche Staat müsse dafür einstehen, weil er von den Zuständen in der Colonia gewusst, jedoch nicht reagiert habe. Die Freigabe der Akten des Auswärtigen Amtes begrüßte Schnellenkamp als einen "sehr positiven und unerwarteten Schritt".

Die Colonia Dignidad wurde 1961 in Chile von deutschen Auswanderern unter ihrem Anführer Paul Schäfer gegründet. Schon früh gab es Vorwürfe wegen Zwangsarbeit, sexuellem Missbrauch, physischer und psychischer Gewalt - die aber zunächst nicht ernst genommen wurden. Schäfer tauchte 1995 unter, die Colonia Dignidad bestand noch bis 2005 weiter.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hatte vor wenigen Wochen das Verhalten der deutschen Diplomaten als zu zaghaft bezeichnet und die Akten seines Ministeriums dazu vorzeitig freigegeben. Dabei geht es auch um Vorwürfe, dass Menschen die aus der Colonia entkamen, von der deutschen Botschaft in Chile kein Schutz gewährt wurde.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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