Politik

"Es schmerzt mich sehr" Papst bedauert Hagia-Sophia-Umwandlung

Die Entscheidung der Türkei, die Hagia Sophia von einem Museum in eine Moschee umzuwandeln, stößt international auf Kritik. Nun äußert sich auch der Papst dazu. Es schmerze ihn sehr, sagt er in Rom.

Papst Franziskus hat sein Bedauern über die Umwandlung der Hagia Sophia in Istanbul zu einer Moschee zum Ausdruck gebracht. "Ich denke an die Heilige Sophia, und es schmerzt mich sehr", sagte der Pontifex nach dem traditionellen Angelusgebet in Rom. Näher äußerte sich das Oberhaupt der Katholiken nicht zu der international umstrittenen Entscheidung der Türkei, das Museum in eine Moschee umzuwandeln.

Ein türkisches Gericht hatte am Freitag den Status der Hagia (Aussprache: Aja) Sophia als Museum annulliert. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ordnete daraufhin an, die "Hagia Sofia Moschee" für das islamische Gebet zu öffnen.

Das Gebäude im Herzen von Istanbuls Altstadt war einst das größte Gotteshaus der Christenheit und gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Hagia Sophia wurde im 6. Jahrhundert erbaut und nach der Eroberung durch die Osmanen 1453 zur Moschee umgewidmet. Nach der Gründung der türkischen Republik wurde das Gebäude 1935 in ein Museum umgewandelt. Gottesdienste durften dort fortan nicht mehr stattfinden. Dafür wurde die Hagia Sophia zum Touristenmagnet in der Altstadt der türkischen Metropole.

Einst war sie Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, in der die Kaiser gekrönt wurden. Sie hat eine große Bedeutung für die Orthodoxie, weshalb Russland und Griechenland sich gegen eine Umwandlung in eine Moschee wandten.

Weltweit stieß die Entscheidung der türkischen Staatsführung auf Kritik. Die Weltkulturorganisation Unesco teilte mit, sie bedauere die Umwandlung des als Weltkulturerbe gelisteten Gebäudes ohne vorherige Abstimmung. Griechenland sprach von einer Provokation der zivilisierten Welt. Auch die US-Regierung brachte ihr Bedauern zum Ausdruck. Das Außenministerium machte deutlich, dass die USA von der Türkei erwarten, dass das Gebäude weiterhin für alle Besucher zugänglich bleibt.

Quelle: ntv.de, mli/dpa