Politik

Vorfall am Silvesterabend Papst predigt für Frauen - und klapst eine

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Jede Gewalt an der Frau ist eine Schändung Gottes, sagt Papst Franziskus.

(Foto: dpa)

Für Papst Franziskus sind Frauen die "Quellen des Lebens". Bei der Neujahrsmesse im Petersdom spricht sich das Oberhaupt der katholische Kirche für mehr Wertschätzung gegenüber dem weiblichen Geschlecht aus. Am Silvesterabend gibt der Pontifex allerdings eine denkbar schlechte Figur ab.

Papst Franziskus hat mehr Mitspracherecht von Frauen bei Entscheidungen in der katholischen Kirche gefordert. "Wenn wir unser Handeln heute menschlich gestalten wollen, müssen wir wieder auf die Frau schauen", sagte der Pontifex bei der Neujahrsmesse im Petersdom in Rom. Frauen seien "Quellen des Lebens". "Und doch werden sie ständig beleidigt, geschlagen, vergewaltigt, dazu gebracht, sich zu prostituieren oder das Leben in ihrem Schoß auszulöschen. Jede Gewalt an der Frau ist eine Schändung Gottes, der von einer Frau geboren wurde."

Der Frauenkörper werde auf "profanen Altären der Werbung, des Gewinns und der Pornografie geopfert, ausgebeutet wie ein Nutzobjekt". Er müsse "vom Konsumismus befreit werden, er muss geachtet und geehrt werden; er ist das edelste Fleisch der Welt". Die Frau sei "Spenderin und Mittlerin des Friedens und muss an den Entscheidungsprozessen voll beteiligt werden".

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Die katholische Kirche feiert an Neujahr traditionell das Hochfest der Mutter Gottes. Seit langem fordern Laien und auch viele Katholiken mehr Mitsprache von Frauen in der Kirche. Jedoch sind Hoffnungen bisher enttäuscht worden, dass Franziskus die Kirche für Frauen, zum Beispiel in geistlichen Ämtern, öffnet.

Am Vorabend seines Plädoyers für mehr Wertschätzung der Frau gab der Pontifex allerdings ein nicht allzu gutes Vorbild ab. Eine Frau wollte seine Hand nicht loslassen, als der 83-Jährige am Petersplatz in Rom unter vielen Gläubigen die Weihnachtskrippe besuchte. Auf einem Video ist zu sehen, wie die Frau ihn zu sich reißt - und Franziskus sichtlich erbost ihrer Hand einen Klaps gibt.

Entschuldigung folgt prompt

Auf Twitter sorgte das auch für böse Kommentare. Franziskus entschuldigte sich am Tag danach für den Ausrutscher. "Manchmal verlieren wir die Geduld, ich bitte um Entschuldigung für das schlechte Beispiel", sagte er beim Angelusgebet nach der Neujahrsmesse.

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Es ist nicht das erste Mal, dass der Papst Körperkontakt zurückweist. Im März zog er mehreren Menschen bei einer Audienz in Italien die Hand weg, weil sie diese küssen wollten. Später erklärte der Vatikan dazu, Franziskus habe dies aus Hygienegründen getan, weil er die Verbreitung von Keimen habe verhindern wollen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa