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Weichenstellung im Süden Europas Parlamentswahl in Italien läuft

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Langer Tag für Wahlhelfer: Seit 7.00 Uhr morgens können die Italiener an der Wahlurne ihre Stimme abgeben.

(Foto: dpa)

Italien wählt ein neues Parlament: Seit dem frühen Morgen können die rund 50 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Rechtspopulisten dürften letzten Umfragen zufolge starken Zulauf bekommen. Zu erwarten ist ein Ergebnis ohne eindeutigen Gewinner.

In Italien hat die mit Spannung erwartete Parlamentswahl in den frühen Morgenstunden begonnen. Bis zum späten Abend sind die gut 50 Millionen Wahlberechtigten aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale schließen gegen 23.00 Uhr (MEZ). Der Ausgang der Wahl ist völlig offen.

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Umfragen zufolge erreicht kein Block die nötige Mehrheit, die Experten auf mindestens 40 Prozent schätzen. Die Regierungsbildung könnte sich daher schwierig gestalten. Erstmals wird das neue Wahlsystem angewandt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Persönlichkeits- und Verhältniswahl ähnlich der Erst- und Zweitstimmen in Deutschland.

Prognosen auf der Basis von Nachwahlbefragungen sollen unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht werden. Wann erste belastbare Hochrechnungen vorliegen werden, ist ungewiss. Bei den letzten vor zwei Wochen veröffentlichten Umfragen war rund ein Drittel der Wahlberechtigten unentschieden, was eine Vorhersage des Ergebnisses erschwerte.

Italien droht eine Hängepartie

Da laut Wahlforschern vermutlich keine Partei und kein Bündnis auf eine regierungsfähige Mehrheit kommen dürfte, steht der drittgrößten Volkswirtschaft im Euroraum eine lange Hängepartie bevor. Meinungsforscher trauen bislang nur dem Mitte-Rechts-Block des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zu, eine regierungstaugliche Mehrheit zu erreichen.

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Auf das Bündnis aus Berlusconis Forza Italia, der fremdenfeindlichen Lega von Matteo Salvini und weiteren rechten Parteien dürften 35 bis 37 Prozent der Stimmen entfallen. Unklar ist, ob es auch für die nötige Mehrheit der Mandate reicht. Ein offizielles Ergebnis wird frühestens am Montagvormittag erwartet.

Wieviel bekommt Mitte-Links?

Stärkste Einzelpartei dürften die Cinque Stelle, die populistische Fünf-Sterne-Bewegung von Luigi Di Maio, mit 27 bis 29 Prozent werden. Sie wird wohl die nötige Mehrheit ebenso verfehlen, wie das Mitte-Links-Bündnis von Ministerpräsident Paolo Gentiloni (27 bis 29 Prozent).

Ob Gentiloni im Falle eines Wahlsieges wieder die Regierung führt oder sein Parteifreund und Chef des Partito Democratico, Ex-Regierungschef Matteo Renzi, blieb bis zuletzt offen. Beobachtern zufolge droht den regierenden Sozialdemokraten um Gentiloni und ihrem Parteichef Matteo Renzi ein Debakel.

Gentiloni hat dennoch eine stabile Regierung in Aussicht gestellt und eine große Koalition aus nichtpopulistischen Parteien nach deutschem Vorbild ins Spiel gebracht. Das würde ein Bündnis aus Partito Democratico und Forza Italia bedeuten - wenn es dafür reicht.

Belusconi schickt Tajani vor

Berlusconi selbst könnte nicht Ministerpräsident werden, da er nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung bis 2019 kein öffentliches Amt bekleiden darf. Der 81-Jährige hat für den Fall eines Wahlsieges einen langjährigen Weggefährten als Regierungschef vorgeschlagen: den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani.

Während Berlusconi und Lega-Chef Salvini in Mailand ihre Stimme abgeben wollen, wird Renzi in Florenz und Gentiloni in Rom erwartet. Fünf-Sterne-Spitzenkandidat Di Maio wählt in seinem Heimatort Pomigliano d'Arco bei Neapel. Insgesamt dürfen rund 51 Millionen Menschen wählen. Darunter sind etwa 4,2 Millionen im Ausland, die bereits ihre Stimme abgegeben haben.

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa/rts

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