Politik

Grundlage für Strategie Pentagon legt Plan für IS-Kampf vor

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30 Tage hatte Trumps Verteidigungsminister Zeit bekommen - nun liegt der Plan für den Kampf gegen den IS vor.

(Foto: AP)

Im Wahlkampf kündigt Trump die komplette Zerstörung der Terrormiliz IS an. Nach seinem Amtsantritt ordnet er die Ausarbeitung eines entsprechendes Plans an. Der liegt nun vor - scheint aber eher allgemein auszufallen.

US-Verteidigungsminister James Mattis hat dem Weißen Haus einen Plan zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgelegt. Das bestätigte Pentagon-Sprecher Jeff Davis in Washington. Mattis unterrichtete noch am selben Tag das sogenannte Principals Committee des Nationalen Sicherheitsrates - eine Art Komitee der Behördenleiter - über seine Vorschläge. 

Präsident Donald Trump hatte Mattis im Januar damit beauftragt, innerhalb von 30 Tagen eine neue Strategie für den Kampf gegen den IS vorzulegen. Der Republikaner hatte im Wahlkampf versprochen, er werde die Terrormiliz "komplett zerstören". Seinen Vorgänger Barack Obama hatte er immer wieder für desssen Vorgehen kritisiert. An der grundlegenden Strategie scheint das US-Militär aber nicht viel ändern zu wollen.

Davis wollte keine näheren Angaben zum Inhalt machen; der Plan sei vertraulich. Er betonte, dass es sich um einen vorläufigen Rahmen handele, der die Grundlage für eine breitere Strategie legen solle. Es gehe nicht nur um militärische Mittel. Der Fokus liege auch nicht ausschließlich auf dem Irak und Syrien, sondern es gehe um den weltweiten Kampf gegen den IS. Einige Teile des Papiers bräuchten Zustimmung, erklärte er.

Spekulationen über weitere Soldaten

US-Medien hatten in den vergangenen Tagen darüber spekuliert, dass Mattis die Entsendung weiterer Soldaten nach Syrien empfehlen könnte. Die USA führen den Kampf gegen die Terrormiliz an der Spitze einer Koalition westlicher und arabischer Staaten an. Seit September 2014 fliegt das Bündnis Luftangriffe auf den IS in Syrien und dem Irak. In beiden Ländern sind zudem amerikanische Spezialkräfte im Einsatz.

Irakische Regierungskräfte hatten im Oktober mit der Offensive auf die vom IS gehaltene Großstadt Mossul begonnen. Ende Januar konnten sie den Ostteil komplett einnehmen. Unterstützt werden sie von Luftangriffen der Koalition und von US-Militärberatern am Boden.

Mossul ist die letzte große Hochburg des IS im Irak. Sollte die Terrormiliz die Großstadt verlieren, wäre sie militärisch in dem Land weitgehend besiegt. Allerdings beherrscht der IS noch immer große Gebiete im Nachbarland Syrien. Dort unterstützt die US-Koalition die Kurdenmiliz YPG und arabische Einheiten, die sich zu den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) zusammengeschlossen haben.

Der US-Kommandeur der Anti-IS-Mission, Generalleutnant Stephen Townsend, hatte in der vergangenen Woche gesagt, dass die SDF-Kräfte für die Rückeroberung der Stadt Al-Rakka zusätzliche Kampfkraft brauchen würden.

Sollten die USA die syrischen Kurden mit Waffen unterstützen, könnte das die Türkei verärgern. Ankara wirft der YPG vor, ein Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu sein. Die Türkei unterstützt Rebellen derzeit bei einer Offensive gegen den IS in Syrien.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP