Politik

"Frage von Verantwortung" Polen hält an Reparationsforderungen fest

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Warschauer Ruinen im Jahr 1945.

(Foto: picture alliance / PRASA/Prasa/d)

Immer wieder fordert die polnische Regierung weitere deutsche Reparationszahlungen für die Schäden im zweiten Weltkrieg. Diese seien auch über 70 Jahre nach Kriegsende noch nicht ausgeglichen. Kurz vor einem Treffen in Warschau kommt das Thema wieder auf.

Polens Präsident Andrzej Duda will die Frage deutscher Reparationen für den Zweiten Weltkrieg offen halten. "Nach meiner Auffassung sind die Reparationszahlungen kein erledigtes Thema", sagte Duda der "Bild am Sonntag" wenige Tage vor den deutsch-polnischen Regierungskonsultationen in Warschau.

Er verwies auf Gutachten des früheren Präsidenten Lech Kaczynski, der 2010 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war. Diese belegten, "dass die angerichteten Kriegsschäden in Polen nie ausgeglichen wurden". Die Gutachten beträfen insbesondere die Schäden in der Hauptstadt Warschau, die dem Boden gleich gemacht worden sei. "Auch die Zwischenergebnisse des Expertenteams des Parlaments bestätigen, dass unsere Verluste nicht entschädigt wurden. Es ist dies also eine Frage von Wahrheit und Verantwortung", betonte Duda. Die Bundesregierung weist solche Forderungen mit Hinweis auf einen polnischen Verzicht stets zurück.

Duda hatte sich am Anfang der Woche in Berlin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel getroffen. Bei einem Besuch Steinmeiers in Warschau im Juni war verabredet worden, im nächsten Jahr gemeinsam an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zu erinnern. Nun ist dafür laut Duda ein vorläufiger Ort gefunden worden. Die große Gedenkveranstaltung soll in der zentralpolnischen Kleinstadt Wielun stattfinden. Hier seien die ersten deutschen Bomben gefallen, die große Verluste unter der Zivilbevölkerung verursachten, sagte Duda. Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Überfall Deutschlands auf Polen.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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