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Linke und rechte Proteste Polizei geht bei Mai-Demos dazwischen

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In Chemnitz folgten Hunderte Menschen dem Aufruf des Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus".

(Foto: picture alliance/dpa)

In Deutschland gehen Tausende Menschen anlässlich des "Tags der Arbeit" auf die Straße. In zahlreichen Städten rufen verschiedene politische Strömungen zum Protest auf - dabei kommt es vereinzelt zu Auseinandersetzungen. Die Lage in Paris stellt sich dagegen ernster dar.

Parallel zu den traditionellen Maikundgebungen hat die Polizei in Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen mit einem Großaufgebot Teilnehmer rechter und linker Demonstrationen auseinandergehalten. In Chemnitz folgten nach offiziellen Angaben rund 1100 Menschen einem Aufruf des parteiübergreifenden Bündnisses "Aufstehen gegen Rassismus". Die AfD hatte dort eine Versammlung mit etwa 500 Teilnehmern angemeldet, es kamen jedoch deutlich weniger. Als Rednerin trat unter anderen die Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch auf.

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Zahlreiche Menschen besuchten das Maifest auf der Straße des 17. Juni in Berlin.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im vogtländischen Plauen hielt die Polizei Hunderte Gegendemonstranten und einen Aufmarsch der rechtsextremen Partei Der Dritte Weg auf Abstand. Nach ersten Schätzungen der Polizei beteiligten sich etwa 300 Menschen an der Versammlung der Rechten. In Dresden wollte die rechtsextreme NPD zusammen mit ihrer Jugendorganisation 300 bis 400 Menschen auf die Straße bringen, es kamen jedoch lediglich 150 bis 200. Immer wieder hielten Sitzblockaden den geplanten Marsch durch die Innenstadt auf.

Landesweit waren in Sachsen mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei im Einsatz, dazu war Verstärkung aus Sachsen-Anhalt und Bayern angefordert worden. In Thüringens Hauptstadt Erfurt blockierten etwa drei Dutzend Menschen sitzend eine Demonstrationsstrecke der AfD. Die Polizei forderte die Teilnehmer mehrfach auf, die Strecke zu räumen, und begann dann, die Menschen wegzutragen. Zuvor waren Polizisten bereits mit Reizgas eingeschritten, als Gegendemonstranten versuchten, in Richtung der AfD-Strecke zu laufen.

Beamte setzen Schlagstöcke und Pfefferspray ein

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In Duisburg musste die Polizei einschreiten: Mehrere Hundertschaften hielten Demonstrationen von Rechtsextremen sowie mehrere Gegenproteste auf Distanz. Dabei sei es zu Auseinandersetzungen mit etwa 200 Personen aus dem linken Spektrum gekommen, sagte ein Sprecher. Mehrmals habe die Gruppe versucht, Polizeisperren zu durchbrechen. Die Beamten hätten Schlagstöcke und Pfefferspray, nicht aber die Wasserwerfer eingesetzt.

Das Bündnis RiseUp Duisburg, das zu einer der Gegendemos aufgerufen hatte, warf der Polizei über Twitter "massive Gewalt" gegen Demonstranten vor. Die Einsatzkräfte entgegneten: "Die Polizei hat den Verfassungsauftrag, friedliche und nicht verbotene Demonstrationen zu schützen - und zwar unparteiisch und unabhängig vom Thema der Versammlung." Auf einer der rechten Demos wurde unter anderem die Freilassung der inhaftierten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck gefordert.

Mit einem Großaufgebot von knapp 5500 Polizisten werden in Berlin Demonstrationen und Straßenfeste gesichert. Die Hauptstadt-Polizei wird dazu von Beamten aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei unterstützt. Am Abend gibt es wieder die linksradikale "Revolutionäre 1. Mai Demonstration". Erwartet werden einige Tausend Teilnehmer.

249 Menschen in Paris festgenommen

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In Paris ging die Polizei vereinzelt gegen Demonstranten vor.

(Foto: REUTERS)

Am Rande einer Gewerkschaftskundgebung in Paris setzte die Polizei unterdessen Tränengas gegen gewalttätige Demonstranten ein. Die Auseinandersetzungen spielten sich in der Nähe des Bahnhofs Montparnasse im Süden der Hauptstadt ab, berichtete der Nachrichtensender BFMTV. Allein in Paris seien mindestens 249 Menschen vorläufig festgenommen worden. In ganz Frankreich nahmen mindestens 151.000 Menschen an Demonstrationen teil.

Innenminister Christophe Castaner hatte angekündigt, dass allein in Paris mehr als 7400 Sicherheitskräfte eingesetzt werden. Es wurde mit 1000 bis 2000 Randalierern gerechnet.
Auf Fernsehbildern waren zahlreiche Anhänger der "Gelbwesten" bei der Kundgebung der Gewerkschaften zu sehen. Die "Gelbwesten" protestieren seit November gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron. Dabei war es in den vergangenen Monaten in der Hauptstadt immer wieder zu Ausschreitungen gekommen. Deswegen sind einige Bereiche wie die Prachtstraße Champs-Élysées für Demonstrationen gesperrt.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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