Politik

CDU und SPD arbeiten an Konzept Preisaufschläge sollen Tierwohl verbessern

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Ferkel, die als Schnitzel enden. Union und SPD wollen noch in dieser Legislaturperiode bessere Haltungsbedingungen auf den Weg bringen.

(Foto: imago images/Countrypixel)

In Umfragen geben viele Menschen an, dass ihnen das Wohl der Tiere am Herzen liegt. Im Supermarkt verkauft sich dann aber doch das billige Fleisch am besten. Union und SPD wollen die Nutztierhaltung verbessern. Das Modell sieht auch höhere Preise vor.

Die Bundestagsfraktionen von Union und SPD wollen laut einem Medienbericht einen umfassenden Umbau der Tierhaltung in Deutschland voranbringen. Das würde auch Preisaufschläge auf Fleisch, Milch und Eier mit sich bringen, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) unter Berufung auf einen Antragsentwurf der beiden Fraktionen berichtet.

Demnach wollen Union und SPD der Bundesregierung "eine kurz-, mittel- und langfristige Umsetzungsstrategie zur Transformation der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung innerhalb dieser Legislaturperiode" vorlegen. Dabei verweisen beide Fraktionen auf das Gutachten eines Expertengremiums rund um Ex-Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert (CDU). Der hatte im Frühjahr Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) Empfehlungen zum Umbau der Tierhaltung überreicht.

Die Fachleute um Borchert hatten vorgeschlagen, Tieren mehr Platz im Stall zu lassen und "möglichst Kontakt zu Außenklima" zu ermöglichen. Die anfallenden Umbau- und Haltungskosten sollen durch eine Verbrauchssteuer finanziert werden. Das Expertengremium schlug Aufpreise von 40 Cent pro Kilo Fleisch, zwei Cent pro Kilo Milch und pro Ei sowie 15 Cent pro Kilo Käse oder Butter vor.

Corona ändert die Ernährung

SPD-Agrarpolitiker Rainer Spiering sagte der "NOZ", dass der Antrag möglichst noch im Juni im Bundestag beschlossen werden soll. "Fleisch darf keine billige Ramschware sein", betonte er. Darunter hätten Tiere, Landwirte und auch die Arbeiter im Schlachthof zu leiden. Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der Union, sagte, die Empfehlungen der Borchert-Kommission seien "eine große Chance für mehr Tierwohl und Verbrauchervertrauen in die Landwirtschaft".

Tierwohl und -haltung werden seit Jahren in Deutschland im Zuge einer bewussteren Ernährung breit diskutiert: Zuletzt hatte eine Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums ergeben, dass sich der Ernährungsalltag vieler Bundesbürger in der Corona-Krise verändert hat. Demnach schätzen die Menschen regionale Produkte mehr. Auch der Fleischkonsum der Deutschen ist laut "Ernährungsreport" weiter leicht rückläufig. Die Preisgestaltung ist zuletzt aber vor allem wegen der Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie in den Fokus der Politik gerückt.

Quelle: ntv.de, ino/AFP