Politik

Missachtung von UN-Resolution Putin ordnet Kampfpausen in Ost-Ghuta an

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Nahezu totale Zerstörung: Straßenzug in der Rebellenhochburg Duma in Ost-Ghouta.

(Foto: REUTERS)

Mit Zustimmung Russlands fordert der UN-Sicherheitsrat eine sofortige Waffenruhe in Syrien. Doch das Regime setzt seine Offensive auf die Rebellenhochburg Ost-Ghouta fort. Moskau kündigt statt einer umfassenden Waffenruhe nun tägliche Feuerpausen an.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat tägliche Kampfpausen für die syrische Rebellenhochburg Ost-Ghuta angeordnet. Durch einen "täglichen humanitären Waffenstillstand" sollten von Dienstag an "Verluste unter den Zivilisten in Ost-Ghuta vermieden werden", erklärte Verteidigungsminister Sergej Schoigu laut Medienberichten.

Dem Minister zufolge soll die tägliche Waffenruhe jeweils zwischen 9 Uhr morgens und 14 Uhr gelten. Außerdem befahl Putin die Einrichtung eines Fluchtkorridors für Zivilisten aus dem belagerten Gebiet. Details dazu sollen bald bekanntgegeben werden.

Am Samstag hatte der UN-Sicherheitsrat mit Zustimmung Russlands noch eine 30-tägige umfassende Waffenruhe für Syrien gefordert. Dennoch setzten Syriens Regierungstruppe ihre Angriffe auf die Rebellenenklave Ost-Ghuta fort.

Mehr als 500 Tote seit einer Woche

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten an Moskau appelliert, die vom UN-Sicherheitsrat verlangte Waffenruhe zu unterstützen. In einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin riefen sie dazu auf, "maximalen Druck auf das syrische Regime auszuüben, um eine sofortige Einstellung der Luftangriffe und Kämpfe zu erreichen". Moskau ist einer der engsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Ost-Ghuta ist die letzte Hochburg der von Islamisten dominierten Aufständischen nahe der Hauptstadt Damaskus und liegt seit einer Woche unter einem der schwersten Bombardements des gesamten, seit sieben Jahren andauernden Krieges. Mindestens 522 Menschen wurden nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte dabei getötet.

Allein in der Nacht zum Montag seien neun Mitglieder einer Familie umgekommen. Bei einem Luftangriff der US-geführten Anti-IS-Koalition im Euphrat-Gebiet seien zudem 25 weitere Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien viele Frauen und Kinder.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP/dpa/rts

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