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Abschuss von russischem Flugzeug Putin spricht von "unglücklichen Umständen"

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Wladimir Putin will nach dem Vorfall die Sicherheit seiner Truppen in Syrien erhöhen.

(Foto: REUTERS)

Die syrische Flugabwehr schießt versehentlich eine russische Militärmaschine ab. Russlands Armee macht Israel, das einen parallelen Luftangriff fliegt, für den Vorfall verantwortlich. Nun beruhigt Kremlchef Putin die erhitzten Gemüter.

Russlands Präsident Wladimir Putin wertet den Abschuss eines russischen Flugzeuges als Verkettung unglücklicher Umstände und entschärft damit einen sich anbahnenden Konflikt mit Israel. Man müsse noch genau untersuchen, was in Syrien passiert sei, sagte das russische Staatsoberhaupt am Rande eines Treffens mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban in Moskau.

Die syrische Flugabwehr habe eigentlich auf angreifende israelische Kampfjets in der Nähe gezielt. Deshalb sei der Fall auch nicht vergleichbar mit dem Abschuss eines russischen Jets durch die Türkei 2015, sagte Putin. Der Kreml bestätigte, dass Putin und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Laufe des Tages telefonieren wollen.

Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium Israel für den Abschuss eines russischen Aufklärungsflugzeuges mit 15 Insassen verantwortlich gemacht. Die Maschine war am späten Montagabend versehentlich von der syrischen Armee abgeschossen worden. Das Feuer aus dem Luftabwehrsystem S-200 russischer Bauart hätte eigentlich Raketen angreifender israelischer Kampfjets abfangen sollen. Russlands Militär gab Israel die Schuld, weil dessen Flugzeuge über dem Mittelmeer ohne Vorwarnung agiert und syrische Ziele angegriffen hätten. Der israelische Botschafter wurde deshalb ins Außenministerium in Moskau einbestellt, wie Interfax meldete.

Russische Suchschiffe fanden unterdessen im Mittelmeer Wrackteile der abgeschossenen Militärmaschine Il-20. Auch Leichenteile der 15 getöteten Soldaten an Bord seien geborgen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Absturzstelle liege im Meer etwa 27 Kilometer westlich des syrischen Küstenortes Banias, meldete die Agentur Interfax nach diesen Angaben.

Als Reaktion auf den Abschuss will Putin nun die Sicherheit seiner Truppen in Syrien spürbar erhöhen. "Das werden Schritte sein, die alle bemerken." Er nannte aber keine Einzelheiten.

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Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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