Politik

Fauxpas beim Staatsbankett? Queen richtet deutliche Worte an Trump

Nach außen hin verläuft der Besuch Donald Trumps in London harmonisch. Doch Königin Elizabeth äußert sich beim Staatsbankett kritisch. Und dann stürzt sich manche britische Zeitung auch noch auf einen möglichen Fauxpas im Umgang mit der Queen.

Die britische Königin Elizabeth II. und Donald Trump haben sich beim Staatsbankett im Buckingham Palace in Harmonie geübt - wer wollte, konnte aber auch Kritik aus den Äußerungen der Queen heraushören. Sie lobte die "enge und langjährige Freundschaft" zwischen den beiden Staaten, forderte Trump jedoch ungewöhnlich deutlich auf, internationale Institutionen zu erhalten.

Angesichts der Opfer des Zweiten Weltkriegs hätten die beiden Länder mit anderen Verbündeten eine Reihe von internationalen Institutionen aufgebaut, um sicherzustellen, dass sich die "Schrecken des Konflikts" nicht wiederholten, sagte die 93 Jahre alte Monarchin. "Obwohl sich die Welt verändert hat, sind wir uns der ursprünglichen Bestimmung dieser Strukturen bewusst: Völker arbeiten zusammen, um einen hart erkämpften Frieden zu bewahren."

Trump hält nicht viel von internationalen Institutionen, stellte sogar die Nato infrage und setzt stattdessen auf Beziehungen von Staat zu Staat - ohne Institutionen drumherum. Der US-Präsident betonte nun ebenfalls das im Zweiten Weltkrieg entstandene unverbrüchliche Band zwischen den beiden Nationen. Beide Staatschefs wollen am Mittwoch in Portsmouth an der Südküste Englands an Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie teilnehmen, dem sogenannten D-Day. An dem festlichen Abendessen im Ballsaal des Palasts nahmen auch Prinz Charles und seine Frau Camilla sowie Prinz William und Herzogin Kate und Premierministerin Theresa May teil.

Berührte Trump die Königin am Rücken?

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Zum Staatsbankett waren 171 Gäste geladen.

(Foto: imago images / i Images)

In britischen Medien sorgt derweil ein möglicher Fauxpas Trumps für Aufregung. Er soll angeblich seine Hand auf ihren Rücken gelegt haben, wie unter anderem der "Mirror" berichtet. Trump hatte demnach vor den 170 Gästen im Saal seine Rede gehalten und sich dann der Queen zugewandt. Als sie zu seinem Toast aufstand, habe er sie am Rücken berührt, schreibt das Blatt. Die Monarchin darf offiziell nicht von ihren Gästen angefasst werden. Elizabeth II. ließ sich aber offenbar nichts anmerken und setzte sich unbeeindruckt wieder. Mit seinem Fauxpas wäre Trump auch nicht allein: Michelle Obama (55) machte einst Schlagzeilen, weil sie der Queen eine Hand auf die Schulter gelegt hatte.

Für die Queen ist Trump bereits der zwölfte US-Präsident, den sie in ihrer langen Regentschaft trifft. Die Ehre eines Staatsbesuchs in Großbritannien wurde jedoch vor ihm nur Barack Obama und George W. Bush zuteil. Oppositionschef Jeremy Corbyn und Parlamentspräsident John Bercow hatten die Einladung zum Staatsbankett aus Protest gegen Trump ausgeschlagen.

Nach einem größtenteils harmonischen Auftakt des Staatsbesuchs von Trump in Großbritannien nähert sich die Visite am heutigen Dienstag einem kritischen Moment. Der US-Präsident wird im Anschluss an ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern am Morgen im Regierungssitz Downing Street erwartet. Trumps Verhältnis zur scheidenden Premierministerin Theresa May wurde immer wieder erschüttert von dessen öffentlicher Kritik am Brexit-Kurs der Regierungschefin und Sympathiebekundungen für ihren innerparteilichen Widersacher Boris Johnson. Trump legte kurz vor seiner Ankunft in Interviews mit britischen Zeitungen noch einmal nach.

Große Proteste in London erwartet

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Bei den Protesten soll auch wieder der "Baby Trump"-Ballon fliegen - seine Gegner werfen dem Präsidenten kindisches Verhalten vor. Unter anderem.

(Foto: imago/DeFodi)

Meinungsverschiedenheiten gibt es auch hinsichtlich Trumps Position zum Atomabkommen mit Iran, Klimawandel und dem Umgang mit dem chinesischen Mobilfunkkonzern Huawei. May hatte vor Kurzem ihren Rücktritt angekündigt, nachdem sie drei Mal mit ihrem Brexit-Abkommen im Parlament gescheitert war.

Gleichzeitig werden am Dienstag große Anti-Trump-Proteste in der britischen Hauptstadt erwartet. Bis zu 250.000 Menschen könnten aus Protest gegen Trump auf die Straße gehen. Die Organisatoren werfen ihm Sexismus und Rassismus vor. Als Redner hat sich auch der britische Oppositionsführer, Labour-Chef Jeremy Corbyn angemeldet. Trump hatte sich am ersten Tag seines Besuchs bereits ein Twitter-Scharmützel mit Londons Bürgermeister Sadiq Khan geliefert.

Die Trumps besuchten nach ihrem Empfang am Montag außerdem die Kirche Westminster Abbey und waren bei Prinz Charles und Camilla zum Nachmittags-Tee zu Gast. Am Dienstagabend sind der Thronfolger und seine Frau zum Gegenbesuch in die US-Botschafterresidenz in London geladen.

Trump schrieb zwischenzeitlich fast überschwänglich auf Twitter, sein London-Besuch laufe sehr gut. Die Queen und die gesamte Königsfamilie seien "fantastisch" und die Verbindung zu Großbritannien sei sehr stark. Es gebe dort in riesiger Zahl Menschen, die die USA liebten. "Ich habe bis jetzt keine Proteste gesehen, aber ich bin sicher, dass die Fake News sich sehr bemühen werden, welche zu finden", schrieb Trump weiter.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa/spot

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