Politik

Bis Ende des JahresBund sichert Beschäftigung für Raffinerie Schwedt

11.05.2026, 13:19 Uhr
00:00 / 03:47
Ab-Mai-koennte-die-PCK-Raffinerie-vor-Problemen-stehen
Der Betrieb der Raffinerie PCK soll erhalten bleiben.

Die Raffinerie Schwedt versorgt weite Teile Nordostdeutschlands mit Kraftstoffen. Doch die Zukunft der Anlage ist wegen Lieferausfällen ungewiss. Nun verlängert die Regierung die Arbeitsplatzgarantie. Woher der Öl-Ersatz kommen soll, ist jedoch offen.

Die Bundesregierung dehnt die Beschäftigungssicherung für die PCK-Raffinerie in Schwedt bis Ende 2026 aus. "Zur weiteren Stabilisierung des Standorts und zur Schaffung verlässlicher Perspektiven für die Beschäftigten werden die bestehenden Regelungen zur Beschäftigungssicherung der PCK-Raffinerie um sechs Monate bis Ende 2026 verlängert", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Gerade in der weiterhin angespannten und von Unsicherheiten geprägten Lage sei dies ein wichtiges Signal an die mehr als 1000 Beschäftigten.

"Die Beschäftigten der PCK leisten täglich einen entscheidenden Beitrag dazu, die Energieversorgung im Nordosten Deutschlands sicherzustellen - unter Bedingungen, die weiterhin herausfordernd bleiben", so Reiche weiter. Deshalb sei klar: "Bund und Land stehen an der Seite des Standorts." Die CDU-Politikerin besucht die Raffinerie gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Nach einer Rundfahrt über das Raffineriegelände soll ein Fördermittelbescheid für ein Projekt zur Herstellung synthetischer Flugkraftstoffe übergeben werden. Die Unternehmen Enertrag und Zaffra wollen das Projekt im Industriepark der PCK realisieren. Dafür sind insgesamt 350 Millionen Euro Fördermittel bewilligt. Auch das Land will sich beteiligen, hieß es im Januar.

Zuletzt wuchsen bei PCK die Sorgen um die Zukunft wegen eines von Russland verhängten Lieferstopps: Seit dem 1. Mai lässt das Land kein kasachisches Öl mehr über die Druschba-Pipeline zur Raffinerie durch. Die Bundesregierung bemüht sich, ausfallende Lieferungen durch alternative Wege zu ersetzen, insbesondere über den polnischen Hafen Danzig. Man sei "in guten Gesprächen" mit Polen. "Bund, Land, Unternehmen und die regionalen Akteure setzen damit ihren engen Schulterschluss fort, um den Standort Schwedt mit konkreten und wirksamen Maßnahmen Schritt für Schritt zu stärken", ergänzte Reiche mit Blick auf die Beschäftigungssicherung. Diese war vom Bund zuletzt im Dezember 2025 um sechs Monate bis Ende Juni 2026 verlängert worden.

Die PCK versorgt weite Teile Nordostdeutschlands mit Kraftstoffen. Vor Beginn des jüngsten Lieferstopps hatte die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg gemahnt, dass es nicht zu Versorgungsengpässen in der Hauptstadtregion und darüber hinaus kommen dürfe. Die Landesregierung reagierte zuversichtlich: Die Versorgung mit Sprit an den Tankstellen sei derzeit gewährleistet. Unterdessen verhandeln Gesellschafter des Unternehmens in Schwedt im Nordosten Brandenburgs und der Bund weiter über alternative Bezugswege für Öl, um den Ausfall zu ersetzen. Ziel ist es, die Auslastung der Raffinerie hochzuhalten.

Bereits zuvor stand die PCK wiederholt im Fokus, weil sie von einer deutschen Tochterfirma des russischen Rosneft-Konzerns kontrolliert wird. Ihre Belieferung mit Rohöl stand deshalb immer wieder in Frage.

Quelle: ntv.de, nbr/rts/AFP/dpa

RusslandBrandenburgKraftstoffeDietmar WoidkeRohstoff ÖlPCK-Raffinerie in SchwedtKriege und KonflikteEnergieversorgungKatherina Reiche