Politik

Umzug zum BER noch nicht möglich Regierungshelis sorgen für hohe Mehrkosten

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Laut dem Verteidigungsministerium gibt es für die Regierungshubschrauber am BER noch nicht die passende Infrastruktur.

(Foto: picture alliance/dpa)

Trotz Corona-Krise soll der Hauptstadtflughafen BER am 31. Oktober 2020 eröffnen. Die Hubschrauber für die Bundeskanzlerin und Regierungsmitglieder können aber nicht sofort mitumziehen, sondern sollen noch einige Jahre in Tegel bleiben.

Auch nach der geplanten Schließung des Berliner Flughafens Tegel im Herbst sollen dort noch bis 2029 Regierungshubschrauber starten und landen. Das steht schon länger fest, nun hat das Verteidigungsministerium die Kosten beziffert. "Die Ausgaben für den Weiterbetrieb der militärischen Liegenschaft Tegel Nord werden auf jährlich circa fünf Millionen Euro geschätzt", heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag.

Die drei Cougar-Hubschrauber transportieren etwa die Bundeskanzlerin und weitere Regierungsmitglieder. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 67 Einsätze. Für die Hubschrauber fehlt nach Darstellung des Ministeriums am neuen Hauptstadtflughafen BER aktuell noch die geeignete Infrastruktur. Der neue Flughafen in Schönefeld soll nach jahrelangen Verzögerungen Ende Oktober eröffnen, dann ziehen auch die Regierungsflugzeuge von Tegel dorthin um - mit Ausnahme der Hubschrauber.

Umzug erst, wenn Terminal steht

Staatsgäste werden in Schönefeld in einem eigenen neuen Terminal am Rande des BER-Areals empfangen. Dieses Gebäude ist als Übergangslösung gedacht. Den Bau des eigentlichen, mindestens 344 Millionen Euro teuren Regierungsterminals hatte der Bund im Dezember nach langer Diskussion vorerst gestoppt. Damit soll vorübergehend Platz für mehr zivile Passagiere am BER geschaffen werden. Erst wenn das endgültige Terminal steht, sollen auch die Hubschrauber umziehen.

Der Grünen-Abgeordnete Stefan Gelbhaar warf der Bundesregierung vor, "vollkommen gedanken- und planlos" zu handeln. "Mich macht es sprachlos, dass die Bundesregierung scheinbar nicht weiß, wieviel Platz sie für ihre Fluggeräte braucht und den Steuerzahlern so Mehrkosten von 45 Millionen Euro bis 2029 aufbrummt."

Quelle: ntv.de, ysc/dpa