Politik

In Minnesota festgenommenRichter untersagt Abschiebung von Fünfjährigem aus den USA

28.01.2026, 13:22 Uhr
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Bereits in der ersten Amtszeit von Donald Trump wurde vor Abschiebungen von Kindern nicht Halt gemacht. (Foto: AP)

In den USA werden Zehntausende Menschen festgenommen, um abgeschoben zu werden. So auch ein Fünfjähriger und sein Vater. Die Heimatschutzbehörde will sie nach Ecuador zurückschicken. Ein Richter sieht das anders und verbietet das - zumindest zeitweise.

Ein Berufungsrichter in den USA hat eine einstweilige Verfügung erlassen, die die Abschiebung eines fünfjährigen ecuadorianischen Jungen und seines Vaters verbietet. Beide wurden kürzlich von der Heimatschutzbehörde in Minnesota festgenommen und sitzen seither in einer Familienhaftanstalt im texanischen Dilley.

Richter Fred Biery entschied laut AP bereits am Montag, dass jede Abschiebung von Liam Conejo Ramos und seinem Vater Adrian Alexander Conejo Arias während des laufenden Gerichtsverfahrens ausgesetzt wird. Dutzende Einwandererfamilien hatten am Wochenende vor der Haftanstalt protestiert und eine Petition für eine Freilassung der beiden eingereicht. Ein Foto des Jungen mit blauer Mütze und einem Rucksack wurde über soziale Medien verbreitet und löste heftige Reaktionen aus.

"Er ist zum Symbol für die Ungeheuerlichkeit des ICE-Systems und des Internierungssystems geworden", sagte der US-Kongressabgeordnete Joaquin Castro in einem Video auf Facebook. Er kündigte an, dass er und seine texanische Kollegin, die US-Kongressabgeordnete Jasmine Crockett, Vater und Sohn an diesem Mittwoch in der Haftanstalt besuchen würden. In seinen Augen sei es "unmenschlich, junge Kinder unter solchen Bedingungen an diesem Ort festzuhalten". Immer wieder wird Kritik am mangelnden Zugang zu medizinischer Versorgung in der Haftanstalt geäußert.

Junge soll als "Köder" benutzt worden sein

Der Junge und sein Vater wurden letzte Woche vor ihrem Haus in Minnesota festgenommen. Nachbarn und Schulbeamte berichten laut AP, dass Agenten der Einwanderungsbehörde den Jungen als "Köder" für den Vater benutzt hätten, indem sie ihn aufgefordert hätten, an die Haustür zu klopfen. Die Darstellung wies das Heimatschutzministerium als "Lüge" zurück. Es erklärte, der Vater sei zu Fuß geflohen und habe den Jungen im Fahrzeug bei laufendem Motor in der Einfahrt zurückgelassen.

Beamte gaben an, dass sich der Vater illegal in den USA aufhalte, ohne jedoch konkrete Details zu nennen. Stephen Miller, stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses, sagte, der Mann sei im Dezember 2024 eingereist.

Die Anwälte der Familie erklärten, es existiere ein anhängiger Asylantrag, der ihm den Aufenthalt im Land erlaube. Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass ein entsprechender Antrag am 17. Dezember 2024 eingereicht worden sei. Von entscheidender Bedeutung könnte der Status des Fünfjährigen werden. Wenn sein Aufenthalt in den USA als illegal gewertet wird, könnten sowohl er als auch seine Eltern abgeschoben werden.

Quelle: ntv.de, als

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