Offshore-Plattform im Visier?Rumänischer F-16-Kampfjet zerstört Sprengstoff-Seedrohne

Es sei ein "Rennen gegen die Zeit" gewesen, heißt es in Bukarest: Im Schwarzen Meer kommt es zu einem brisanten Vorfall mit einer Marinedrohne, die eine Offshore-Plattform anvisiert haben soll. Die rumänische Regierung zeigt auf Moskau.
Ein rumänisches Kampfflugzeug vom Typ F-16 hat nach Angaben der Regierung eine mit Sprengstoff beladene Marinedrohne zerstört. Die Drohne sei mehrere hundert Meter vom Gasfeld Neptun Deep im Schwarzen Meer entfernt getroffen worden, teilte Verteidigungsminister Radu Miratu im Onlinedienst Facebook mit. Sie sei "mit Sprengstoff beladen" gewesen und stamme nicht aus der Ukraine.
Der rumänische Präsident Nicusor Dan machte Russland verantwortlich und verurteilte bei X die "Eskalation solcher verantwortungslosen Zwischenfälle durch die Russische Föderation aufs Schärfste". Der Einsatz des rumänischen Kampffliegers sei ein "Rennen gegen die Zeit" gewesen, um das Leben der Arbeiter auf der Offshore-Plattform zu schützen, fügte er hinzu. Nach Angaben der Regierung in Bukarest arbeiten derzeit Hunderte Menschen auf dem Gasfeld, dessen Inbetriebnahme für 2027 vorgesehen ist.
In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Drohnenvorfälle in osteuropäischen Nato-Ländern gegeben. Rumänien registrierte seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast viereinhalb Jahren mehrfach Drohnenüberflüge und auch Abstürze auf seinem Staatsgebiet. Auch Polen und die baltischen Staaten melden regelmäßig ähnliche Vorfälle.
Zuletzt hatte außerdem der Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen Besorgnis ausgelöst. Aussagen des russischen Außenministers Sergej Lawrow lassen darauf schließen, dass Moskau dafür verantwortlich ist.