Politik
Im Meeresboden am Nordpol steckte schon 2007 die russische Flagge. Gas, Öl und wertvolle Metalle werden dort vermutet.
Im Meeresboden am Nordpol steckte schon 2007 die russische Flagge. Gas, Öl und wertvolle Metalle werden dort vermutet.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 20. Oktober 2015

Anspruch auf Rohstoffe untermauert : Russische Militärbasis in der Arktis ist fertig

Es geht um fast fünf Milliarden Tonnen fossiler Brennstoffe, zu denen sich Russland Zugang verschaffen will. Dafür baut das Land seine militärische Präsenz in der Arktis derzeit massiv aus. Die jetzt fertig gestellte Militäranlage ist riesig - und nur eine von vielen.

Russland hat in der Arktis eine riesige Militärbasis gebaut. Dort sollen – so die Angaben der Regierung – 150 Soldaten eineinhalb Jahre lang autonom leben können. Das Verteidigungsministerium gab in Moskau bekannt, dass der Komplex auf der Insel Alexandraland auf dem Archipel Franz-Josef-Land zu 97 Prozent fertiggestellt sei. Die Militärbasis wurde auf den Namen "Arktisches Kleeblatt" getauft. Sie ist mit den russischen Farben rot, weiß und blau versehen und 14.000 Quadratmeter groß.

Russland baut seine militärische Präsenz in der Arktis derzeit aus. Dies ist Folge einer erneuerten Militärdoktrin, in der die Region als von höchster Priorität eingestuft wurde. Hintergrund sind die reichen Rohstoffvorkommen dort und die strategische Position. Eine ähnliche Militärbasis hatte Russland bereits südlicher auf der Insel Kotelny gebaut.

Militäranlagen auf sechs Inseln

Auf der Insel Sredni in der Karasee wird derzeit die Infrastruktur errichtet, die nötig ist, um Luftabwehrsoldaten zu stationieren. Insgesamt sollen auf sechs Inseln in der Arktis Militäranlagen entstehen. Das teilte die staatliche Baufirma Spezstroj mit. Dafür seien rund 1500 Arbeiter im Einsatz. In den kommenden Tagen sollen demnach gut 100 weitere Arbeitskräfte in die Region verlegt werden.

Erst im August hatte Moskau in einem Schreiben an die UNO seinen Anspruch auf rohstoffreiche Gebiete rund um den Nordpol untermauert. Dabei forderte Russland die Hoheitsrechte über eine Fläche von 1,2 Millionen Quadratkilometern in der Arktis. Das von Russland beanspruchte Gebiet umfasst auch den Nordpol und würde Moskau nach eigenen Angaben den Zugang zu 4,9 Milliarden Tonnen fossiler Brennstoffe verschaffen.

Wegen der in der Arktis vermuteten Öl- und Gasvorkommen melden auch die vier anderen Anrainerstaaten der Arktis - die USA, Dänemark, Norwegen und Kanada - Gebietsansprüche in der entlegenen Region an. Das voranschreitende Abschmelzen des Packeises macht die Region auch für den Frachtverkehr zwischen Atlantik und Pazifik zunehmend attraktiv.

Quelle: n-tv.de