Politik

"Wir wurden entdeckt" Russische Speznas in der Ukraine gefasst?

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Die Speznas sind nicht nur Spezialisten für die Terrorismusbekämpfung, sondern auch für die asymmetrische Kriegsführung.

(Foto: REUTERS)

Das ukrainische Militär nimmt zwei Männer in der Ostukraine fest. Angeblich handelt es sich bei ihnen um Mitglieder einer russischen Spezialeinheit.

Das Geständnis bringt den Kreml in Erklärungsnot: Dem ukrainischen Militär ist es eigenen Angaben zufolge am Samstag gelungen, zwei Russen in der Nähe der Separatisten-Hochburg Luhansk festzunehmen. Einer der beiden Männer kommt nun in einem Video zu Wort. "Ich wurde am Bein verletzt, als ich versuchte, mich abzusetzen", sagt er und fügt hinzu, dass er Mitglied der russischen Speznas, einer Spezialeinheit, sei. "Wir wurden entdeckt."

Russland hat immer bestritten, reguläre Truppen im Osten der Ukraine einzusetzen. Was der Mann in dem Clip beschreibt, steht im krassen Widerspruch. Der Gefangene, der seinen Rang als Unteroffizier angibt, sagt, er sei Teil einer 14 Mann starken Gruppe gewesen.

Die Regierung in Moskau hat bislang nur eingeräumt, dass russische "Freiwillige" auf Seiten der Rebellen kämpfen könnten. Trotz der Festnahme bleibt der Kreml bei dieser Darstellung. Sprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax: "Wir haben mehr als einmal gesagt, dass es keine russischen Soldaten im Donbass gibt." Die moskautreuen Separatisten in Luhansk untermauern diese Behauptung. Bei den beiden Gefangenen handele es sich um einheimische Milizionäre und nicht um russische Soldaten.

Der Westen und die Regierung in Kiew werfen Russland dagegen seit langem vor, die Separatisten neben Waffen auch mit Soldaten zu unterstützen. Kiew will die Männer nun wegen Terrorismus und der Tötung eines ukrainischen Soldaten anklagen. Die Agentur Unian zitiert Geheimdienstchef Valentin Naliwaitschenko mit den Worten: Ihnen drohe lebenslange Haft.

Quelle: ntv.de, ieh/dpa/rts