Politik

Patrouille während Gipfeltreffen Russische und chinesische Bomber provozieren Japan

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Das vom russischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto soll eine russische Tu-95MS während der gemeinsamen Patrouille mit chinesischen Maschinen zeigen.

(Foto: IMAGO/SNA)

Während in Japan die Staatschefs aus Indien, Australien und den USA für ein Gipfeltreffen zusammenkommen, nähern sich chinesische und russische Bomber der Insel. Tokio äußert sich besorgt und bezeichnet den Patrouillenflug als "Provokation".

Chinesische und russische Kampfjets haben nach Angaben des japanischen Verteidigungsministers gemeinsame Flüge in der Nähe von Japan ausgeführt - just als sich in dem Land die Staats- und Regierungschefs der USA, Indiens, Australiens und Japans zu einem Gipfel über regionale Sicherheit trafen. Zwei chinesische Bomber seien zusammen mit zwei russischen Bombern vom Japanischen Meer aus zum Ostchinesischen Meer geflogen, sagte Verteidigungsminister Nobuo Kishi in Tokio. Danach seien vier weitere Kampfjets vom Ostchinesischen Meer zum Pazifik geflogen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde zwar der japanische Luftraum nicht verletzt. Kishi zufolge brachte die japanische Regierung aber ihre "große Besorgnis" gegenüber China und Russland zum Ausdruck. Kishi sagte weiter, ein russisches Spionageflugzeug sei zudem nördlich von Hokkaido zur Halbinsel Noto in Zentraljapan geflogen. Dies sei besonders "provokativ".

Das russische Verteidigungsministerium erklärte laut "Financial Times", die russischen Bomber vom Typ TU-95MS und die chinesischen H-6-Bomber hätten einen gemeinsamen Patrouillenflug "streng nach den Bestimmungen des Völkerrechts" durchgeführt. Es habe keine Verletzungen des Luftraumes anderer Staaten gegeben. Japan hat seit langem territoriale Streitigkeiten mit China und Russland. Es kommt auch immer wieder zu Flügen von Militärflugzeugen dieser Länder in der Nähe der japanischen Grenzen.

In Japan fand heute ein Treffen der Quad-Gruppe statt, der Japan, Australien, Indien und die USA angehören. An dem Treffen nahm auch US-Präsident Joe Biden teil. Am Montag hatte Biden eine militärische Unterstützung für Taiwan im Falle eines Angriffs durch China ins Spiel gebracht. Auf die Frage einer Journalistin, ob die USA sich - anders als beim russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine - "militärisch beteiligen" könnten, "um Taiwan zu verteidigen", sagte Biden "ja". Er fügte dann hinzu: "Das ist die Verpflichtung, die wir eingegangen sind." China warf Biden daraufhin vor, "mit dem Feuer zu spielen".

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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