Politik

Erinnerungen an Fall Litwinenko Russischer Ex-Spion in England vergiftet

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Der Haupteingang des Krankenhauses in Salisbury.

(Foto: AP)

Sergej Skripal ist russischer Oberst, aber auch Agent des britischen Geheimdienstes. Seiner Gefängnisstrafe wegen Hochverrats entkommt er nur durch einen Gefangenaustausch. In seiner neuen englischen Heimat kämpft er nach einer Vergiftung ums Überleben.

In England ist mehreren Medienberichten zufolge ein russischer Ex-Spion vergiftet worden. Der 66-jährige Mann sei am Sonntag in einem Einkaufszentrum in der südenglischen Stadt Salisbury zusammengebrochen, schreibt der "Guardian". Er und eine Frau in ihren 30er Jahren seien bewusstlos auf einer Bank entdeckt und in das Krankenhaus der Stadt gebracht worden. Das Krankenhaus habe wenig später aufgrund des Vorfalls seine Notaufnahme schließen müssen.

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2006 spricht ein Moskauer Gericht Sergei Skripal wegen Hochverrats schuldig. Ein Monitar zeigt ihn am Rande des Prozesses im Gespräch mit seiner Anwältin.

(Foto: AP)

Der Polizei zufolge ist es wahrscheinlich, dass sich das Paar kannte. Es wies den Angaben zufolge keine äußerlichen Verletzungen auf und wird aufgrund eines Kontaktes mit einer unbekannten Substanz behandelt. Beide liegen auf der Intensivstation und befinden sich den Angaben zufolge in kritischem Zustand.

Der "Telegraph" berichtet, beiden sei womöglich die synthetische Droge Fentanyl verabreicht worden. Das Opiod ist 10.000-mal stärker als Heroin und wird in der Medizin häufig als Schmerz- oder Narkosemittel verwendet. Das schnell abhängig machende Mittel wird mitverantwortlich gemacht für die Drogenepidemie in den USA.

Bei dem Mann soll es sich um Sergej Skripal handeln, einen früheren russischen Oberst, der für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 in Russland spionierte. Laut "Telegraph" wurde er 2006 wegen Hochverrats von einem Moskauer Gericht zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er Namen russischer Agenten in Europa an den MI6 weitergeleitet hatte. 2010 kam er laut Bericht bei einem Gefangenenaustausch frei und zog nach Salisbury in der Grafschaft Wiltshire.

Der Fall Skripal weckt Erinnerungen an den Tod von Alexander Litwinenko. Der frühere Agent des russischen Geheimdienstes, der ebenfalls für Großbritannien spioniert hatte, starb 2006 in London an einer Poloniumvergiftung. In einer Stellungnahme machte Litwinenko posthum den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Mord verantwortlich.

Quelle: n-tv.de, chr

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