Kampfjets steigen aufRussischer Hubschrauber dringt in polnischen Luftraum ein

Russische Provokationen gegenüber Polen sind eher die Regel als die Ausnahme. Nun gibt es mit dem Eindringen eines Hubschraubers der Kreml-Streitkräfte in den Luftraum des Landes einen besonders heiklen Vorfall. Warschau geht von einem Test aus.
Ein russischer Militärhubschrauber ist nach Angaben des polnischen Militärs nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad kurzzeitig in den Luftraum Polens eingedrungen. Der Hubschrauber vom Typ Mi-8 sei in Kaliningrad gestartet und dann nördlich der Stadt Braniewo "bis zu einer Tiefe von etwa 300 Metern" in den polnischen Luftraum geflogen, teilte die polnische Armee mit. Dort habe er sich etwa 42 Sekunden lang aufgehalten.
Nach der Luftraumverletzung durch den Hubschrauber seien Kampfflugzeuge aufgestiegen, die Bodentruppen seien in Bereitschaft gewesen, erklärte die polnische Armee. Der Vorfall zeige, dass Russland "ein weiteres Mal die Bereitschaft unserer Luftverteidigung testet", hieß es weiter in der Erklärung. Die Armee betonte, die Luftverteidigungssysteme des Landes "gewährleisten rund um die Uhr eine Überwachung" und seien "permanent in Bereitschaft", um die Sicherheit des polnischen Luftraums zu garantieren.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben bereits mehrmals russische Drohnen, Raketen sowie Flugzeuge und Hubschrauber den Luftraum des an der Nato-Ostflanke gelegenen Landes verletzt. Polen und seine Verbündeten fangen mehrmals im Monat russische Flugzeuge über der Ostsee ab, die sich dem polnischen Luftraum oder dem der baltischen Staaten nähern.
Mitte September hatte der polnische Regierungschef Donald Tusk vor russischen Angriffen auf Verbündete der Ukraine mit Drohnen und Raketen im Zuge von Moskaus hybrider Kriegsführung gewarnt. "Der russische Plan" umfasse nach Geheimdienstinformationen "hybride Angriffe" auf Länder, welche die von Russland angegriffene Ukraine unterstützen, sagte Tusk. Dies betreffe auch Polen.
Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist ein wichtiger Umschlagort für militärische und humanitäre Hilfsgüter der Unterstützerländer für die Ukraine.
