Politik
Syrien und Russland haben, nach Angaben von britischen Diplomaten, das Ermittler-Team der OPCW bislang nicht nach Duma gelassen.
Syrien und Russland haben, nach Angaben von britischen Diplomaten, das Ermittler-Team der OPCW bislang nicht nach Duma gelassen.(Foto: picture alliance / Hassan Ammar/)
Montag, 16. April 2018

Aber erst nach Räumarbeiten: Russland erlaubt OPCW Einreise nach Duma

Die Ermittler der OPCW sollen prüfen, ob das Assad-Regime im syrischen Duma Giftgas eingesetzt hat. Bislang verhindern aber Russland und Syrien ihre Einreise. Nach heftiger Kritik, dürfen die Chemiewaffenexperten nun am Mittwoch in die Stadt weiterreisen.

Die Experten der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) sollen nach russischen Angaben am Mittwoch ins syrische Duma reisen können. Das kündigte der russische Botschafter Alexander Schulgin am Abend in Den Haag an. Die Straßen nach Duma müssten erst noch von Minen geräumt werden, sagte er bei einer Pressekonferenz.

Bilderserie

Bislang war es den am Samstag in Damaskus eingetroffenen Experten der OPCW noch nicht erlaubt worden, den Ort des mutmaßlichen Giftgasangriffs vom 7. April zu untersuchen. Der Leiter der Organisation, Ahmet Üzümcü, beklagte bei einer Dringlichkeitssitzung, dass Moskau und Damaskus "Sicherheitsprobleme" anführten, die dem Besuch in Duma im Wege stünden.

Auch Großbritannien hatte Russland und Syrien vorgeworfen, die Ermittlungen absichtlich zu blockieren, was der russische Diplomat entschieden zurückwies. Die neun Experten sollten am Sonntag mit ihren Untersuchungen in Duma beginnen, trafen sich jedoch lediglich mit Behördenvertretern in ihrem Hotel in Damaskus. Über ihren Zeitplan wurde eine strikte Nachrichtensperre verhängt.

Westen macht Assad verantwortlich

Der Westen macht die syrische Staatsführung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 7. April in der Stadt Duma in der einstigen Rebellenenklave Ost-Ghuta verantwortlich. Bei der Attacke wurden nach Angaben von Helfern mehr als 40 Menschen getötet.

In der Nacht zum Samstag hatten die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens Ziele in Syrien mit Raketen angegriffen. Nach Angaben aus Washington und Paris richteten sich die Angriffe gegen Einrichtungen zur Chemiewaffen-Produktion.

Quelle: n-tv.de