Politik

"Ziel des Manövers erreicht" Russland startet Truppenabzug von Krim

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Der militärische Aufmarsch war so stark wie seit 2014 nicht mehr, als Russland die Krim annektierte.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Wochenlang stationiert Russland Truppen an der ukrainischen Grenze und auf der Krim - international wächst die Sorge vor einer Eskalation. Nach Moskaus Ankündigung gestern treten die russischen Soldaten nun tatsächlich den Rückzug an. Das Ziel der Manöver sei erreicht, begründet Verteidigungsminister Schoigu den Abzug.

Russland hat nach umstrittenen Manövern auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und an der ukrainischen Grenze mit dem angekündigten Abzug der zusätzlich dorthin verlegten Truppen begonnen. Militärische Einheiten marschierten derzeit zu Bahnverladestationen und Flugplätzen, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Morgen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Demnach wird auch die verlagerte Militärtechnik für die Rückkehr zu den Stützpunkten auf die Eisenbahn, auf Schiffe und in Flugzeuge verfrachtet. Die Ukraine und die Nato-Staaten hatten sich angesichts des russischen Truppenaufmarschs in der Region zuletzt besorgt gezeigt.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte den Rückzug in die Kasernen gestern angekündigt. Er erklärte, die Ziele der Militärmanöver in der Region seien erreicht. Das Dekret dazu sei heute in Kraft getreten, hieß es. Demnach begann auf dem küstennahen Truppenübungsplatz Opuk die Beladung von Kriegsschiffen unter anderem der Marineinfanterie und der Schwarzmeerflotte. Allein dort seien 10.000 Soldaten und 1200 Einheiten Rüstungs- und Kampftechnik abgezogen worden.

Auch die an den übergreifenden Manövern beteiligten Luftstreitkräfte zögen wieder ab, hieß es. Russland hatte die von der Ukraine als Akt der Aggression kritisierte Übung damit begründet, dass im Frühjahr traditionell die Verteidigungsbereitschaft der Streitkräfte überprüft werde. Da dies laut Schoigu nun erreicht wurde, können die Truppen abziehen.

Allerdings war der militärische Aufmarsch nach Einschätzung westlicher Experten so stark wie seit 2014 nicht mehr, als Russland sich die Krim einverleibte. Die Lage zwischen Kiew und Moskau hatte sich zuletzt wieder zugespitzt. Seit Mitte Februar gibt es wieder verstärkte Kämpfe, die einen ohnehin brüchigen Waffenstillstand weiter untergraben. Die Ukraine begrüßte den Abzug der russischen Soldaten.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/AFP

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