Satellitenfotos zeigen BaustelleRussland verlegt Drohnenproduktion offenbar unter die Erde

In der Sonderwirtschaftszone Alabuga produziert Russland Kamikazedrohnen für Angriffe auf die Ukraine. Einem Satellitenbild zufolge scheint Moskau die Produktion nun unter die Erde zu verlegen. Offenbar als Schutzmaßnahme gegen ukrainische Angriffe.
Moskau geht offenbar dazu über, in der russischen Sonderwirtschaftszone Alabuga Fabriken für den Drohnenbau unter die Erde zu verlegen. Wie der proukrainische Militärblog Dnipro Osint unter Berufung auf ein veröffentlichtes Satellitenbild berichtet, entstehen nahe der Stadt Jelabuga in der russischen Teilrepublik Tatarstan derzeit unterirdische Werkstätten für Kamikazedrohnen. Demnach wurden bereits 42.000 Quadratmeter Fläche für Produktionsanlagen unter der Erde geschaffen. Die Angabe lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
"Die Idee, die Produktion unter die Erde zu verlagern, entstand eindeutig nach den ersten ukrainischen Angriffen auf Alabuga", heißt es in einem Beitrag von Dnipro Osint in den sozialen Medien. "Und jetzt sehen wir, wie schnell die Russen diesen Bau vorantreiben." Damit werde es immer schwieriger und kostspieliger, die Produktionsanlagen anzugreifen. Die Ukraine attackierte im April 2024 erstmals die Sonderwirtschaftszone Alabuga. Bei der Operation kam Berichten zufolge mindestens ein ferngesteuertes Ultraleichtflugzeug vom Typ Aeroprakt A-22 zum Einsatz.
Die Sonderwirtschaftszone Alabuga liegt gut 1200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und ist einer der wichtigsten Rüstungsstandorte Russlands. Dort werden Kamikazedrohnen der Baureihe Geran montiert, deren Grundmodell auf der iranischen Shahed-Drohne basiert. Nach Schätzungen des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR wurden im August rund 2800 Drohnen des älteren Modells Geran-2 produziert. Bei den neueren Varianten mit Jet-Antrieb, Geran-4 und Geran-5, soll die monatliche Fertigung bei etwa 3000 Stück gelegen haben.
Fast jede Nacht greift Russland ukrainische Städte mit Geran-Drohnen an. Zunehmend kommen dabei auch die Varianten mit Jet-Antrieb zum Einsatz, die mit Abfangdrohnen deutlich schwerer zu stoppen sind. Im August feuerte Russland nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mehr als 2800 davon ab. Mit 300 bis 400 Kilometern pro Stunde sind sie etwa doppelt so schnell wie die Geran-2 mit Kolbenmotor.