Kritik aus dem Kreml an den USARusslands Außenminister vergleicht Trump mit seinem Vorgänger

Über Joe Biden macht sich US-Präsident Donald Trump regelmäßig lustig. Jetzt wirft Moskau ihm vor, einem Muster seines Vorgängers zu folgen - und beklagt ausbleibende Zusammenarbeit. Dass sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA nicht verbessern, hat jedoch mehrere Gründe.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht trotz der Wiederaufnahme des Dialogs mit den USA unter Präsident Donald Trump keine echten Fortschritte in den bilateralen Beziehungen. Es werde zwar viel Positives über das enorme Potenzial der amerikanisch-russischen Beziehungen gesprochen, in der Realität passiere jedoch nichts, sagte Lawrow dem Sender RT India. Die Regierung in Moskau schätze es zwar, dass Trump den Dialog initiiert habe. Die guten Worte über eine Zusammenarbeit bei Technologie-, Energie- und anderen Projekten hätten bislang jedoch zu nichts geführt.
Der Austausch mit der Regierung in Washington verlaufe ähnlich wie unter Trumps Vorgänger Joe Biden, erklärte Lawrow einem vom russischen Außenministerium veröffentlichten Transkript zufolge. Abgesehen von dem regelmäßigen Dialog folge alles andere dem von Biden begonnenen Muster. Die unter Biden verhängten Sanktionen seien in Kraft geblieben. Die Trump-Regierung habe zudem eigene Initiativen ergriffen, um die russische Wirtschaft "zu bestrafen".
Trump hatte nach seinem Wahlsieg 2024 den Dialog mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wiederaufgenommen. Mit Blick auf Positionen in den Ukraine-Verhandlungen zeigte er sich Kreml-nah, nach rund einem halben Jahr im Amt änderte er den Kurs aber merklich. Trump hatte auch wiederholt versprochen, den Krieg in der Ukraine zu beenden, ein Frieden ist bislang jedoch nicht in Sicht. Neben der Stagnation bei den Verhandlungen bleiben auch die russischen Erfolge auf dem Schlachtfeld zunehmend aus. Putins Truppen beklagen mehr Verluste, die heimische Kriegswirtschaft kriselt.
Ukraine- und Iran-Krieg belasten das Verhältnis
Für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 hatte Trump zudem jeweils Ukraine-Hilfen in Höhe von 400 Millionen Dollar (rund 340 Millionen Euro) unterschrieben. Nach den Worten von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sollen sie der Ukraine wie geplant zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zufließen. Einen konkreten Zeitplan legte er allerdings nicht vor.
Der andauernde Iran-Krieg dürfte ebenfalls negative Auswirkungen auf die amerikanisch-russischen Beziehungen haben. Denn Russlands Präsident Wladimir Putin stellt sich demonstrativ hinter den Iran, den die USA seit über zwei Monaten attackieren. Wie das britische Medium "The Economist" in der vergangenen Woche berichtete, hat Russland dem Iran wohl überdies angeboten, störungssichere Drohnen zur Verfügung zu stellen und ihn darin zu schulen, wie diese gegen amerikanische Truppen am Golf eingesetzt werden können.
Zuletzt sprachen Lawrow und sein US-amerikanischer Kollege Marco Rubio nach Angaben aus Washington in der vergangenen Woche über die Kriege in der Ukraine und im Iran. Außerdem seien die "Beziehungen zwischen den USA und Russland" Thema gewesen, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott. Das Telefonat habe auf Wunsch Lawrows hin stattgefunden.