Politik

FU spricht von "Täuschung" SPD-Politikerin Giffey verliert Doktortitel

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Noch vor Bekanntwerden der Entscheidung verzichtete Franziska Giffey darauf, ihren Doktortitel zu führen.

(Foto: dpa)

Diese Entscheidung ist keine Überraschung. Nach monatelangem Hin und Her, Prüfungen und einer Stellungnahme der Autorin ist nun klar: Die frühere Familienministerin und SPD-Politikerin Franziska Giffey verliert ihren Doktortitel. Ihre Ambitionen in der Berliner Landespolitik will sie nicht aufgeben.

Die Freie Universität Berlin entzieht der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey den Doktortitel. Der Doktorgrad sei durch "Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung" erworben worden, teilte die Hochschule zur Begründung mit. Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei.

Der Entschluss des Präsidiums fiel demnach einstimmig. Grundlage der Entscheidung sei der Bericht des zweiten Prüfgremiums gewesen. Auch eine Stellungnahme der SPD-Politikerin sei berücksichtigt worden. Im Herbst 2019 hatte die FU Giffey nach Plagiatsvorwürfen wegen Mängeln in ihrer Dissertation eine Rüge erteilt, ihr aber den Doktortitel nicht entzogen. Nach Kritik an diesem Verfahren kündigte die FU eine erneute Prüfung durch ein neues Gremium an. Die Rüge wurde zurückgezogen.

Giffey selbst akzeptiert die Entscheidung der Freien Universität Berlin, ihr den Doktortitel zu entziehen. "Nach wie vor stehe ich zu meiner Aussage, dass ich die im Jahr 2009 eingereichte Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst habe", teilte die ehemalige Bundesfamilienministerin mit. Fehler, die ihr dabei unterlaufen sind, seien weder beabsichtigt noch geplant gewesen.

Nach langen Diskussionen um ihre Doktorarbeit und den Plagiatsvorwürfen gab Giffey im Mai das Amt der Bundesfamilienministerin auf. Im vergangenen November - noch während des Prüfverfahrens an der FU - hatte sie entschieden, den Doktortitel nicht mehr zu führen. An ihrer Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September will sie dennoch festhalten. Giffey will als Nachfolgerin von Michael Müller Regierende Bürgermeisterin werden.

Quelle: ntv.de, fzö/hek/dpa

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