Politik

Rückenwind für Schulz' Vorschlag SPD-Spitzen halten Urwahl für "gute Idee"

95996171.jpg

Martin Schulz (Mitte), Ralf Stegner (links) und Stephan Weil können sich einen Mitgliederentscheid vorstellen.

picture alliance / Kay Nietfeld/

In der SPD stößt die Option einer Urwahl zur Bestimmung des nächsten Kanzlerkandidaten auf immer mehr Unterstützung - selbst an der Parteispitze. Auch der Vize-Vorsitzende Stegner stellt sich hinter den Vorschlag. Und tritt Vorbehalten von SPD-Chefin Nahles entgegen.

Der frühere SPD-Vorsitzende Martin Schulz hat in seiner Partei Zuspruch für seinen Vorschlag einer Urwahl des nächsten SPD-Kanzlerkandidaten erhalten. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, er sei 2012 durch einen Mitgliederentscheid Spitzenkandidat in Niedersachsen geworden. "Wenn es mehrere Kandidaten gibt, bin ich sehr dafür, dass die SPD bei wichtigen Personalentscheidungen so verfährt."

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, Schulz habe mit seinem Vorschlag Recht. "Es wäre eine sehr gute Idee, wenn verschiedene Personen mit unterschiedlichen Profilen sich um die Kanzlerkandidatur der SPD bewerben und einem Mitgliedervotum stellen würden", sagte Stegner. "Das wäre ein guter Vorwahlkampf, belebt den innerparteilichen programmatischen Diskurs und weckt neues Interesse für die SPD und ihre Ideen. Das können wir gut gebrauchen."

Schulz hatte sich zuvor für eine Urwahl des nächsten SPD-Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Der bei der Bundestagswahl 2017 unterlegene SPD-Spitzenkandidat argumentiert, eine solche Urwahl würde die Partei stärken und "inhaltlich beleben". Schulz hatte bereits in der Vergangenheit Urwahlen zur SPD-Parteispitze gefordert, was allerdings auf Skepsis unter anderem bei Andrea Nahles gestoßen war. Nahles war im April auf einem Parteitag zur SPD-Chefin gewählt worden.

In Umfragen schneidet sie allerdings weit schlechter ab als ihre Konkurrenz. Dem aktuellen RTL/n-tv Trendbarometer zufolge würde Nahles im Kanzlerduell gegen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit 12 Prozent zu 47 Prozent unterliegen. Für SPD-Vize Olaf Scholz sähe es nicht sehr viel besser aus. Mit 21 gegenüber 43 Prozent für AKK hätte auch er im direkten Wahlduell keine Chance. 

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

Mehr zum Thema