Politik

Kiziltepe im "ntv Frühstart" SPD: Wirecard-Ausschuss nicht notwendig

Der Fall Wirecard sorgt für Unruhe in der Bundesregierung. Wer trägt die politische Verantwortung? Ein Untersuchungsausschuss in einem Wahljahr käme der Großen Koalition sehr ungelegen. Wie sie ihn abwenden will, erklärt die SPD-Finanzpolitikern Cansel Kiziltepe im "ntv Frühstart".

Vor der Sondersitzung des Finanzausschusses des Bundestags zum Wirecard-Skandal hat die SPD-Finanzexpertin Cansel Kiziltepe das Finanzministerium verteidigt: "Wir wollen eine lückenlose, transparente Aufklärung im Vorfeld. Das hat das Bundesfinanzministerium geleistet", sagte Kiziltepe im "ntv Frühstart".

Das SPD-geführte Finanzministerium hatte eine Analyse zu Wirecard für die Jahre von 2014 bis 2020 sowie einen Aktionsplan für eine effektive Bilanzkontrolle vorgelegt. Einen Untersuchungsausschuss zum Fall Wirecard hielt Kiziltepe zunächst für unabwendbar. Notwendig sei er aber nicht. "Wenn wir die Aufklärung im Vorfeld schaffen, und das ist die erste Sitzung am kommenden Mittwoch mit der Sondersitzung im Finanzausschuss, wird ein Untersuchungsausschuss auch nicht unbedingt notwendig sein", so die SPD-Politikerin.

Die Forderung nach einem Rücktritt von Finanzstaatssekretär Jörg Kukies weist Kiziltepe derweil zurück. Kukies traf sich mit Wirecard-Chef Markus Braun im November 2019. Solche Begegnungen seien normal, sagt sie. "Es gibt keinen Hinweis darauf, dass da geheime Gespräche stattgefunden haben." Hierüber habe Staatssekretär Kukies den Finanzausschuss aufgeklärt. "Das wird aber auch noch einmal am Mittwoch Thema sein in der Sondersitzung."

Detaillierte Auskunft erhofft sich Kiziltepe am Mittwoch vom Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: "Von Wirtschaftsminister Altmaier haben wir bislang noch gar nichts gehört. Er hat die Aufsicht über die Wirtschaftsprüfer und da liegt das Problem und da erwarten wir Antworten."

Quelle: ntv.de, ako