Politik

Tiefpunkt für Sozialdemokraten SPD liegt in Umfrage erstmals hinter AfD

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Die SPD hat das Vertrauen ihrer Wähler verloren. SPD-Chefin Nahles wird mit diesem Ergebnis kaum zufrieden sein.

(Foto: picture alliance / Andreas Arnol)

Die AfD überholt einer Umfrage zufolge in der Wählergunst erstmals die SPD. Wie eine Insa-Erhebung ergibt, verbessert sich die rechtspopulistische Partei um einen Punkt auf 16 Prozent. Auch andere Parteien müssen Punkte abgeben.

Neuer Tiefpunkt für die gebeutelten Sozialdemokraten. Erstmals hat die AfD die SPD in einer Umfrage überholt. Die Rechtsausleger legen im aktuellen Insa-Meinungstrend für die "Bild"-Zeitung einen Zähler auf 16 Prozent zu, während die SPD einen Prozentpunkt auf 15,5 Prozent einbüßt. Ihr Status als Volkspartei ist damit massiv in Frage gestellt.

"Die Union ist derzeit die einzige Volkspartei. Die Erneuerungszusage scheint zu wirken", sagte Insa-Chef Hermann Binkert. Union und SPD würden demnach im Bundestag mit zusammen 47,5 Prozent nicht mehr über eine parlamentarische Mehrheit verfügen. Möglich wäre dagegen weiterhin ein Jamaika-Bündnis von CDU/CSU, Grünen und FDP mit zusammen 54 Prozent.

CDU und CSU verbessern sich in der Wählergunst und erreichen 32 Prozent. Die Grünen halten ihr Ergebnis von 13 Prozent aus der Vorwoche. Die FDP verliert 1,5 Punkte und rutscht auf neun Prozent ab. Die Linke gibt einen halben Punkt ab und bekäme elf Prozent - wenn denn am Sonntag gewählt würde.

Vertrauen in Nahles ist gering

In der aktuellen Umfrage für RTL und n-tv kann die SPD die AfD noch auf Platz drei verweisen. Im Wahltrend des Forsa-Instituts erreicht die älteste Partei Deutschlands zwar auch nur 16 Prozent, bleibt damit aber noch drei Punkte vor der AfD. Die Umfrage zeigt aber auch, dass das Vertrauen der Wähler in die designierte SPD-Chefin Andrea Nahles eher gering ist.

Nur 13 Prozent glauben, dass sie die Probleme des Landes in den Griff bekommen könnte. Dass sie eine angenehme Ausstrahlung hat, glauben ebenfalls nur 13 Prozent. Lediglich 18 Prozent halten die 47-Jährige für vertrauenswürdig. In der Bewertung der Persönlichkeit bleibt Nahles damit deutlich hinter dem gescheiterten SPD-Chef und Kanzlerkandidaten Martin Schulz zurück, der trotz besserer Werte bei der Bundestagswahl nur 20,5 Prozent der Stimmen geholt hatte.

Für den "Insa-Meinungstrend" wurden vom 16. bis 19. Februar insgesamt 2040 Bürger befragt. In der Regel haben Umfragen einen Fehlerbereich, in dem die tatsächlichen Werte in der Gesamtbevölkerung von denen in den Erhebungen nach oben sowie nach unten abweichen können.

Quelle: ntv.de, lri/dj/rts/AFP