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"Peinlicher Fehler" im Internet SPD verkündet voreilig Sieg im TV-Duell

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SPD-Kandidat Schulz tritt heute im TV-Duell gegen Kanzlerin Merkel an.

(Foto: dpa)

Am Abend will SPD-Chef Schulz gegen Kanzlerin Merkel punkten. Doch die Sozialdemokraten verkünden schon Stunden vor dem TV-Duell, dass ihr Kandidat das Aufeinandertreffen gewonnen habe. Die SPD spricht von einer Panne, Spott gibt's trotzdem.

Schon Stunden vor dem TV-Duell ihres Kanzlerkandidaten Martin Schulz gegen Kanzlerin Angela Merkel hat die SPD im Internet den Sieg in dem Schlagabtausch für sich reklamiert - und dafür manchen Spott geerntet. "TV-Duell: Merkel verliert - klar gegen Martin Schulz - spd.de" war in einer Google-Anzeige zu lesen, die nach Angaben einer Parteisprecherin von Mitternacht bis etwa 7 Uhr morgens freigeschaltet war.

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Der SPD-Parteivorstand entschuldigte sich per Twitter für die Panne: "Dienstleister ist heute Nacht bei Google peinlicher Fehler unterlaufen. Nicht unser Stil. Verwirrung bitten wir zu entschuldigen."

Viele Twitter-Nutzer ließen diese Entschuldigung allerdings nicht gelten und fielen genüsslich über die SPD her. "Was will uns der Tweet sagen? Sie haben doch dem 'Dienstleiter' Text mit der Ausrufung des Siegers des TV-Duells in Auftrag gegeben", schrieb der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet von der CDU. Das Ganze sei "an Dämlichkeit nicht zu toppen".

Andere Reaktionen lauteten: "Die Schuld auf Andere zu schieben zeugt von #Nichtregierungsfähigkeit; #unwählbar". Oder: "Peinlich ist es eher, schon vor dem Duell eine solche Anzeige zu verfassen. Und das geht doch wohl auf Ihre Kappe?"

SPD legt ganz leicht zu

Die SPD geht allerdings mit einem leichten Plus in das TV-Duell. In der wöchentlichen Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" legten die Sozialdemokraten einen Punkt auf 24 Prozent zu. Damit liegen sie aber immer noch 14 Punkte hinter der Union, die auf 38 Prozent kommt.

Der Umfrage zufolge geht die Mehrheit der Deutschen davon aus, dass das TV-Duell den Ausgang der Bundestagswahl beeinflussen wird. 30 Prozent der Befragten erwarten einen "sehr starken" oder "eher starken" Einfluss auf den Wahlausgang in drei Wochen. Die von vier TV-Sendern, darunter RTL, übertragene 90-minütige Sendung will einer Forsa-Umfrage zufolge fast jeder Zweite der 61,5 Millionen Wahlberechtigten anschauen.

Die SPD setzt große Hoffnungen in das Duell. Sie hat bundesweit etwa 200 Public Viewings organisiert. "Ich bin nicht nervös, auf keinen Fall", hatte Schulz am Freitag in einem "Bild"-Interview erklärt. Der SPD-Chef verwies auf eine Allensbach-Umfrage aus der vorigen Woche, wonach 46 Prozent der Wahlberechtigten noch unentschlossen sind: "Deshalb glaube ich, dass man sehr wohl die Wahl noch drehen kann." Meinungsforscher sind da allerdings skeptisch, weil der Vorsprung von Merkels CDU sehr groß ist.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/rts

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