Politik

US-Militär versenkt TankerSatellit entdeckt Hinweise auf Ölkatastrophe

09.09.2026, 23:34 Uhr
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Sinkender Öltanker: Das Heck der "M/T Riesco", hier in einer vom US-Militär veröffentlichten Luftaufnahme. (Foto: via REUTERS)

Im Golf von Oman drohen massive Umweltschäden: Der vom US-Militär versenkte Tanker "Riesco" verliert anscheinend Öl. Aktuelle Satellitenbilder zeigen großräumige Verschmutzungen. Die Folgen des Iran-Krieges könnten die Region noch auf Jahre beschäftigen.

Der Iran-Krieg führt in der Region offenbar zu weitreichenden Umweltschäden. Bei den US-Angriffen auf iranische Öltanker sind im Golf von Oman allem Anschein nach umfangreiche Mengen an Ladung oder Treibstoffen ausgetreten. Aufnahmen aus dem All deuten auf großflächige Verschmutzungen hin.

Aktuelle Satellitenbilder zeigen im fraglichen Seegebiet vor der iranische Küste kilometerlange Ölschlieren, die von Wind und Wellen verteilt ins offene Meer treiben. Die Ölteppiche haben sich innerhalb eines Tages großräumig verteilt. Die betroffenen Zonen liegen im Golf von Oman nahe der Einfahrt in die Straße von Hormus.

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Ein Teil der Ölverschmutzungen dürfte auf die Versenkung des Rohöltankers "M/T Riesco" zurückgehen. Das US-Militär hatte das unter der Flagge von Simbabwe fahrende Frachtschiff am 8. September im Golf von Oman zusammen mit vier weiteren Tankern aus der Luft angegriffen. Der rund 240 Meter lange und 42 Meter breite Tanker "Riesco" war nach schweren Treffern in Brand geraten und anschließend gesunken.

Das für die Golf-Region zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte (Centcom) hatte die Angriffe auf zivile Frachtschiffe bestätigt und von einem Vergeltungsschlag gesprochen. Der Iran hatte am vergagenen Wochenende eigenen Angaben zufolge versucht, einen US-Flugzeugträger und einern Zerstörer mit ballistischen Raketen zu beschießen. Die Tanker seien Teil eines "multimilliardenschweren Schattennetzwerks", das der Finanzierung der Iranischen Revolutionsgarden diene. Die Besatzung der Tanker sei vor den Angriffen angewiesen worden, ihre Schiffe zu verlassen, hieß es.

Letzte bekannte Position

Wo genau die Untergangsstelle des Tankers "Riesco" liegt, ist noch unklar. Genaue Positionsdaten liegen nicht vor. Das US-Militär veröffentlichte zwar Videos von den Angriffen, lieferte zur Lage des Angriffsgebiets aber keine näheren Angaben. Die letzten öffentlich verfügbaren Daten zur Schiffsposition stammen vom 8. September. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Tanker "Riesco" rund achteineinhalb Seemeilen (16 Kilometer) vor der iranischen Küste, knapp innerhalb iranischer Hoheitsgewässer.

Von Küste zu Küste ist der Golf von Oman dort bereits weniger als 90 Kilometer breit, mit dem Iran im Osten und der zum Oman gehörenden Halbinsel Musandam im Westen. Der nächstgrößere Hafen ist Fudschaira an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate, rund 115 Kilometer südwestlich.

Die Aufnahme stammt von einem Sentinel-2-Satelliten aus dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus, aufgenommen aus rund 800 Kilometern Höhe. Der auf dem Satellitenfoto erkennbare Bildausschnitt deckt eine Fläche von etwa 40 mal 30 Kilometern ab.

Bei näherem Hinsehen sind in dem Bildmaterial mehrere größere Frachtschiffe zu erkennen., von denen sich zum Zeitpunkt der Aufnahme nur einzelne in offenbar langsamer Fahrt befinden. Seit der Sperrung der Straße von Hormus liegen im Golf von Oman Hunderte Schiffe vor Anker, die auf eine Freigabe der vielbefahrenen Schifffahrtsstraße warten. Ob sich darunter auch weitere angegriffene Tanker befinden, lässt sich anhand dieser Bilder nicht bestimmen.

Seit Beginn des Iran-Krieges sind im Persischen Golf, dem Golf von Oman und dem angrenzenden Arabischen Meer bereits Dutzende größere Tanker und Frachter unter Beschuss geraten. Vor der Küste des Oman liegt zudem seit Juni ein havarierter Tanker der russischen Schattenflotte auf Grund. Aus dem gestrandeten Schiff, der rund 275 Meter langen und 48 Meter breiten "Caroline Bezengi", tritt seit Wochen Öl aus: An Bord sollen sich insgesamt bis zu 130.000 Tonnen Rohöl befunden haben.

Quelle: ntv.de

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