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Mögliches Scheitern der GroKo Schäuble hat keine Angst vor SPD-Austritt

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Trotz möglicher Koalitionsbrüche optimistisch: CDU-Politiker Wolfgang Schäuble.

picture alliance/dpa

Die Große Koalition war in dieser Legislaturperiode mehrmals dem Scheitern nahe. Doch das ist kein Grund für Bundestagspräsident Schäuble, ein Ende der Regierung zu fürchten. Ein Szenario für politische Kooperationen schließt der CDU-Politiker kategorisch aus.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hält die deutsche Demokratie für gefestigt genug, auch einen möglichen Austritt der SPD aus der Großen Koalition und eine sich eventuell anschließende Minderheitsregierung zu verkraften. "Wenn die SPD irgendwann nicht mehr kann, geht davon die Welt nicht unter. Wir haben stabile demokratische Verhältnisse", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

"Ich glaube aber auch, dass wir mit einer Minderheitenregierung eine stabile Regierung hinbekommen würden. Die Väter und Mütter des Grundgesetzes haben aus der Erfahrung des Scheiterns der Weimarer Republik die Position des Kanzlers oder der Kanzlerin so stark gemacht, dass wir davor nicht erschrecken müssen." Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht zur Halbzeit der Wahlperiode eine Überprüfungsklausel vor. Darauf hatten die Sozialdemokraten gedrungen.

Rund ein Jahr nach der Bundestagswahl und dem Einzug der AfD ins Parlament bilanzierte Schäuble zudem: "Dass eine Debatte auch mal heftig wird, muss ein Parlament aushalten." Der Umgangston sei insgesamt nicht so schlimm, dass man sich darüber aufregen müsse. "Das Problem ist ein anderes: Wer wie die AfD Vorurteile gegenüber Minderheiten zu politischen Zwecken ausbeutet, verstößt gegen den demokratischen Grundkonsens. Da muss man einschreiten."

Eine Koalition der CDU mit der AfD lehnt Schäuble entschieden ab. "Da bin ich sehr klar: Nicht mit der AfD." Den Einzug der Rechtspopulisten in den Bundestag sieht er dabei nicht nur negativ. Die Mehrheit der Großen Koalition sei "nicht mehr so überdeutlich wie in der vergangenen Wahlperiode, das macht die Debatten spannender." Bei sechs Fraktionen seien die Redezeiten kürzer und die Reden unterschiedlicher.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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