Politik

Fünf Menschen in der Ägäis ertrunken Schleuser in Brandenburg verurteilt

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Die Insassen dieses Bootes hatten im Oktober vergangenen Jahres Glück. Sie erreichten - anderes als die Opfer des in Frankfurt verurteilten Schleusers - lebend eine der griechischen Ägäis-Inseln.

(Foto: AP)

Nur die Hälfte der Personen auf dem seeuntüchtigen Gummiboot überlebte die Überfahrt. Für seine Mitverantwortung am Tod von fünf Menschen verurteilt nun ein Gericht in Brandenburg einen 37-Jährigen.

Nach dem Tod von drei Flüchtlingen sowie zwei Schleusern im Mittelmeer hat das Landgericht Frankfurt an der Oder einen 37 Jahre alten Syrer als Mitverantwortlichen des Unglücks zu vier Jahren Haft verurteilt. Der weitgehend geständige Angeklagte sei wegen versuchter bandenmäßiger und gewerbsmäßiger Einschleusung mit Todesfolge verurteilt worden, sagte eine Gerichtssprecherin. Da Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf Rechtsmittel verzichteten, sei das Urteil rechtskräftig.

Der Angeklagte hatte nach offiziellen Angaben am 21. April 2014 die Überfahrt von acht Syrern von der türkischen Küste zur Insel Rhodos organisiert und hierfür 2400 Euro pro Person verlangt. Das motorisierte Schlauchboot geriet demnach auf der rund 50 Kilometer langen Strecke in schwere See. Als der Motor seinen Dienst versagte, wurde das Boot manövrierunfähig und kenterte.

Der Bootsführer, ein weiterer Schleuser sowie drei Flüchtlinge ertranken. Fünf Passagiere konnten gerettet werden. Der Angeklagte reiste nach dem Unglück nach Deutschland ein. Ein in Österreich lebender Syrer, dessen Vater unter den Todesopfern war, strengte per Anzeige ein Verfahren gegen den Mann an.

Die Staatsanwaltschaft bezichtigte den Angeklagten, Kopf einer Schleuserbande gewesen zu sein, was dieser bestritt. Während die Anklage fünf Jahre und sechs Monate Haft gefordert hatte, hielt die Verteidigung drei Jahre für angemessen. Das Gericht traf mit vier Jahren Haft in etwa die Mitte.

Quelle: ntv.de, mbo/AFP