Politik

Auf GroKo-Werbetour in NRW Schulz rät Genossen zu mehr "Stolz"

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SPD-Chef Martin Schulz weiß, wo es lang geht. Folgt ihm die Partei?

(Foto: dpa)

Beim SPD-Parteitag am Sonntag wird ein Viertel der Delegierten aus Nordrhein-Westfalen kommen. Umso wichtiger ist es für Parteichef Schulz, die GroKo-Zweifler unter ihnen zu überzeugen. Zu eigenen Erfolgen, mahnt er, müsse die Partei "selbstbewusster" stehen.

SPD-Parteichef Martin Schulz hat sich vorsichtig optimistisch geäußert, dass die Genossen auf ihrem Bundesparteitag am Sonntag den Weg für Koalitionsgespräche mit CDU und CSU frei machen. Er sei "optimistisch", eine Mehrheit für ein Mandat zu bekommen, in Verhandlungen zu gehen, sagte Schulz in einer Pause nach zweistündigen Beratungen mit NRW-Parteitagsdelegierten in Düsseldorf. Wie es am Ende bei der Abstimmung auf dem Parteitag in Bonn aussehen werde, sei aber "schwer abzusehen".

Kritiker und Befürworter einer Großen Koalition hielten sich in Düsseldorf laut Schulz die Waage. "Ich habe den Eindruck, dass wir bei den Skeptikern große Nachdenklichkeit auslösen." Die SPD habe bei den Sondierungen mit der Union mehr herausgeholt, als er erwartet habe, sagte Schulz. Die Partei müsse ihre Erfolge auch "selbstbewusster" in der Öffentlichkeit herausstellen. Er rate dazu, "zu dem was wir erreicht haben, auch mit Stolz zu stehen".

Schulz traf in Düsseldorf rund 65 NRW-Delegierte vom Nieder- und Mittelrhein. Die NRW-SPD spielt beim Parteitag eine wesentliche Rolle. Sie stellt fast ein Viertel der insgesamt 600 Delegierten. Am Montag hatte Schulz bereits in Dortmund mit NRW-Delegierten gesprochen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die ihren Wahlkreis in Kleve hat, bezeichnete die Stimmung unter den Delegierten in Düsseldorf als "skeptisch".

Gabriel: "Die Welt schaut auf Bonn"

Indes erinnerte der frühere SPD-Chef und geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel seine Partei an ihre staatspolitische Verantwortung bei der seit Monaten stockenden Regierungsbildung. Der "Bild"-Zeitung sagte Gabriel: "Es ist nicht übertrieben: Am kommenden Sonntag schaut nicht nur Europa gebannt auf den SPD-Parteitag, sondern viele Menschen weit darüber hinaus. Die Welt schaut deshalb wirklich auf Bonn am kommenden Sonntag."

Weltweit sei die Hoffnung groß, dass die SPD dafür sorge, dass Deutschland endlich Frankreich die Hand reiche zur Erneuerung und Stärkung Europas. "Denn alle haben gesehen, das CDU/CSU, Grüne und FDP dazu nicht bereit und in der Lage waren. Viele sehen jetzt die Chance, dass Europa in einer immer aggressiveren Welt ein Ort der Hoffnung und eine starke Stimme der Freiheit und der Demokratie ist." Und die SPD könne dafür der Garant werden.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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