Politik

Nach knapper WahlniederlageSchwedens konservativer Ministerpräsident Kristersson reicht Rücktritt ein

17.09.2026, 15:22 Uhr
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Es brauche nun Gespräche mit allen Parteien, sagte Ulf Kristersson. (Foto: picture alliance / TT NYHETSBYRÅN)

Das konservative Lager erleidet bei der Wahl in Schweden eine äußerst knappe Niederlage. Regierungschef Ulf Kristersson zieht daraufhin Konsequenzen. Dem Land stehen möglicherweise komplizierte Wochen bevor.

Nach dem Sieg der Opposition bei der Parlamentswahl in Schweden tritt der konservative Ministerpräsident Ulf Kristersson von seinem Amt zurück. Auf X veröffentlichte Kristersson sein Rücktrittsgesuch an den Parlamentspräsidenten. Das Wahlergebnis mache die Bildung einer neuen Regierung kompliziert, "da die unterschiedlichen Aussagen der Parteien vor dem Wahltag jegliche denkbare Regierungsbildung und Koalition behindern könnten", hieß es in dem Brief.

Nun sei "konstruktive Offenheit der Parteien" nötig, schrieb Kristersson weiter. "Es müssen Gespräche mit allen Parteien geführt werden, um Lösungen zu finden und die Voraussetzungen für eine stabile und handlungsfähige Regierung zu schaffen." Der Parlamentspräsident werde nun die nächsten Schritte zur Bildung einer neuen Regierung einleiten. "Damit diese Arbeit sofort beginnen kann, beantrage ich hiermit meine Entlassung als Ministerpräsident."

Bei der Wahl am Sonntag holten die vier Parteien, die die Sozialdemokratin Magdalena Andersson als Regierungschefin unterstützen, laut vorläufigem Wahlergebnis eine knappe Mehrheit von 176 von 349 Mandaten. Die Sozialdemokraten wurden mit 28 Prozent der Stimmen stärkste Kraft.

Konservative verlieren knapp

Die bisherige Regierung aus Kristerssons Konservativen, Liberalen und Christdemokraten erreichte gemeinsam mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten 173 Sitze. Erst am Donnerstag stand das vorläufige Wahlergebnis fest, nachdem die letzten Briefwahlstimmen ausgezählt waren. Das endgültige Ergebnis wird am Wochenende erwartet.

Die Regierungsbildung dürfte sich für Andersson schwierig gestalten. Zu den möglichen Koalitionspartnern ihrer Sozialdemokraten zählen die Linken und Grünen sowie die liberale Zentrumspartei. Letztere hatte allerdings vorab erklärt, nicht mit den Linken regieren zu wollen. Möglich ist aber auch eine Minderheitsregierung.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

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