Politik

Ukrainer zerstören Brücken Schwere Kämpfe nahe Kiew

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Ein großes Wohnhaus in Kiew soll von Raketen getroffen worden sein.

(Foto: via REUTERS)

Russische Truppen rücken von Norden auf die Hauptstadt Kiew vor. Aus mehreren Ortschaften werden schwere Kämpfe gemeldet. Das ukrainische Militär zerstört gezielt Brücken, um die Panzer-Kolonnen zu stoppen. Zudem gibt es weiterhin Raketenbeschuss in vielen Landesteilen. Sirenen heulen vielerorts.

Im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind am Freitagmorgen nach Angaben einer AFP-Reporterin zwei laute Explosionen hörbar gewesen. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba schrieb daraufhin auf Twitter: "Schrecklicher russischer Raketenbeschuss auf Kiew." Die ukrainische Armee teilte auf ihrem Facebook-Account mit, dass sie über Kiew zwei Raketen im Flug zerstört habe. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von drei Verletzten durch Raketenteile. Zudem gibt es Berichte, dass in Kiew Waffen an die Bevölkerung ausgegeben werden sollen, um die Stadt zu verteidigen.

Die Armee hatte ein kurzes Amateurvideo veröffentlicht, auf dem ein Wohnhaus zu sehen war, das in Flammen stand. Auf einem von Klitschko veröffentlichten Foto waren zwei Feuerwehrleute vor einem rauchenden und stark beschädigten Gebäude im Einsatz. Kuleba erklärte weiter: "Das letzte Mal, dass unsere Hauptstadt etwas Ähnliches erlebt hat, war 1941, als sie von Nazi-Deutschland angegriffen wurde." Die Ukraine habe "diesen Dämon besiegt und wird auch jenen besiegen", erklärte er in Richtung Russlands.

Russische Truppen rücken von Norden kommend weiter auf Kiew vor. Nachdem sie gestern die Region um die Atomkraftwerksruine Tschernobyl erobert haben, rücken sie von dort aus weiter nach Süden vor. Es werden Kämpfe aus der Ortschaft Iwankiw, 60 Kilometer nördlich von Kiew, gemeldet. Ukrainische Fallschirmjäger hätten sich einer "überwältigenden" Anzahl russischer Truppen entgegengestellt, die mit gepanzerten Fahrzeugen vorrückten, heißt es. Sie sollen nach Angaben des Portals Nexta eine Brücke gesprengt haben, um die russischen Panzer zu stoppen. Zudem gibt es die Information, dass russische Kampfverbände - etwa 60 Fahrzeuge - durch die Ortschaft Dimer, nahe dem Fluss Dnjepr, fahren und Kurs auf Kiew setzen.

Flugplatz Hostomel weiter umkämpft

In der Ortschaft Romanowka, nordwestlich der Hauptstadt Kiew, sollen ukrainische Soldaten ebenfalls eine Brücke gesprengt haben, um das Vorankommen der russischen Panzer zu unterbinden. Auch auf dem strategisch wichtigen Flugplatz Hostomel werde gekämpft, teilte der Generalstab weiter mit. Ukrainische Truppen hielten dort Stand. Der Flughafen war gestern zunächst an russische Kampfverbände gefallen, ukrainische Kämpfer sollen ihn im Laufe des Tages aber zurückerobert haben.

In der Region Saporischschja im Süden der Ukraine meldete das ukrainische Verteidigungsministerium am Freitagmorgen ebenfalls russischen Raketenbeschuss. Bei dem Angriff auf eine Einheit des Grenzschutzes habe es "Tote und Verletzte" gegeben. Der beschossene Ort Primorskyj Posad liegt an der Küste zwischen der von Russland annektierten Halbinsel Krim und dem ostukrainischen Separatistengebiet. Das ukrainische Militär geht davon aus, dass die russische Armee einen Korridor zwischen beiden Gebieten erobern will.

Tote und Verwundete in Sumy

Mehrere Medien berichten zudem von heftigen nächtlichen Kämpfen in der 270.000-Einwohner-Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine. Die Stadt liegt rund 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Nach Angaben eines lokalen Verantwortlichen soll es 7 Todesopfer und 45 Verwundete gegeben haben. In der Ortschaft Ochtyrka, südlich von Sumy, will die ukrainische Armee mehrere russische Soldaten gefangen genommen haben. Das ist auf Bildern auf Twitter zu sehen.

Auf den Flughafen der Millionenstadt Riwne im Nordwesten des Landes sollen laut unbestätigten Angaben mindestens zwei Raketen abgefeuert worden sein. Es habe zwar Explosionen, aber keine schwereren Schäden gegeben. Die Stadt liegt etwa 150 Kilometer südlich der Grenze zu Belarus.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

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