Politik

Maskenpflicht und Alkoholverbot Schwesig verschärft Corona-Beschränkungen

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Schwesig will im Kabinett kommende Woche über noch schärfere Maßnahmen verhandeln.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Mecklenburg-Vorpommern hat bundesweit mit die geringsten Corona-Infektionszahlen, und doch ist der Nordosten seit dem Wochenende ebenfalls Risikogebiet. Vor diesem Hintergrund zieht die Regierung die Zügel an - und will auch stärker kontrollieren, wer einreist.

Auch Mecklenburg-Vorpommern reagiert mit verschärften Schutzmaßnahmen auf die gestiegene Zahl von Corona-Infektionen. Das Kabinett beschloss in Schwerin, die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen zu erweitern und Schüler ab der 7. Klasse nach den Weihnachtsferien zunächst per Internet zu Hause zu unterrichten.

Die Regelung für die Schüler der oberen Klassenstufen gilt laut Bildungsministerin Bettina Martin zunächst für die erste Schulwoche nach den Weihnachtsferien, also vom 4. bis 8. Januar. Der Unterricht für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 soll demnach weiterhin in der Schule stattfinden und am 4. Januar nach Ende der Ferien beginnen. Lehrer sollen dort auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Im gesamten Bundesland soll die Maskenpflicht auch auf belebte Plätze ausgeweitet werden, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ankündigte. Bewohner von Pflegeeinrichtungen dürfen nur noch von jeweils einem Angehörigen am Tag besucht werden. Außerdem soll Alkohol nicht mehr in der Öffentlichkeit ausgeschenkt werden dürfen. Damit entfällt fortan auch der beliebte Glühweinverkauf.

Innenminister Torsten Renz kündigte verstärkte Kontrollen der Polizei an den Innen- und Außengrenzen Mecklenburg-Vorpommerns und auch in den Einkaufszentren des Landes an. Damit will er dem Verbot der touristischen Einreisen sowie der Einhaltung der Corona-Regeln während der Weihnachtseinkäufe Nachdruck verleihen.

Zudem wird es dem Beschluss zufolge auch in Mecklenburg-Vorpommern Ausgangsbeschränkungen geben, sobald eine Stadt oder Region 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche erreicht. Die noch Ende November von der Regierung erwogene Öffnung von Massagepraxen oder Kosmetikstudios wurde angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens verworfen.

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Laut Schwesig will die Landesregierung am kommenden Dienstag mit Kommunen und Verbänden beraten, ob die Corona-Regeln über die Feiertage weiter verschärft werden. Auch wenn Mecklenburg-Vorpommern einen vergleichsweise niedrigen Inzidenzwert von 51,9 aufweise, sei die Lage ernst. Allerdings gilt auch Mecklenburg-Vorpommern seit Sonntag als Corona-Risikogebiet.

Die zweite Infektionswelle werde "massiv reingedrückt" unter anderem aus Polen und Tschechien. "Ich sehe die Entwicklung in ganz Deutschland mit Sorge", sagte Schwesig. Sie sei überrascht, dass Bayern erst jetzt den Grenzverkehr einschränke. Die anderen Bundesländer hätten bereits früher handeln müssen, sagte die Ministerpräsidentin.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa