Politik

Auf dem Weg in den Dschihad? Scotland Yard sucht Mädchen-Trio

Am Morgen des 17. Februar verlassen Shamima Begum, Kadiza Sultana und ein nicht identifiziertes drittes Mädchen ihre Londoner Elternhäuser. Auf eigene Faust fliegen die drei Teenager nach Istanbul, gelten seitdem als vermisst. Wollen sie sich dem "Islamischen Staat" anschließen?

Die britische Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise über den Verbleib von drei vermissten Mädchen, die sich mutmaßlich in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat anschließen wollen. Jede noch so kleine Information sei hilfreich, heißt es auf der Webseite von Scotland Yard. "Wir sind extrem besorgt um die Sicherheit der Mädchen", wird ein Ermittler zitiert.

Bei den Mädchen handelt es sich um Shamima Begum, Kadiza Sultana und ein nicht identifiziertes drittes Mädchen. Das Trio ist im Alter zwischen 15 und 16 Jahren und besucht eine gut angesehene Schule im Osten Londons. Die Schülerinnen seien am 17. Februar von einem Londoner Flughafen nach Istanbul geflogen, ohne Nachrichten für Familie und Freunde zu hinterlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich dort noch immer aufhalten, sei hoch, sagte ein Ermittler. Aufgrund von Schneestürmen seien die Transportmöglichkeiten derzeit eingeschränkt.

Unterdessen flehen auch die Familien in einer von Scotland Yard veröffentlichten Mitteilung ihre Töchter an, nach Hause zu kommen: "Wir beten, dass du und deine Freundinnen sicher zurück kommt", schreiben Angehörige von Kadiza Sultana. "Wir können uns nicht erklären, warum du dein Zuhause verlassen hast. Du sollst wissen, dass wir nicht böse sind und du nichts falsch gemacht hast. Wir wollen nur, dass ihr zurück nach Hause kommt." Auch die Familie von Shamima Begum ist sehr besorgt: "Syrien ist ein gefährlicher Ort und wir möchten nicht, dass du dorthin reist. Bitte kontaktiert die Polizei, sie wird euch helfen", schrieb etwa die Familie der 15-Jährigen.

Der Chef des Anti-Terror-Kommandos der Polizei, Richard Walton, sagte, die Mädchen seien gute Freundinnen einer 15-Jährigen, die im Dezember nach Syrien aufgebrochen sei. Auch sie soll sich dem IS in Syrien angeschlossen haben. Das Trio sei damals befragt worden, es habe jedoch keine Hinweise darauf gegeben, dass sie in Gefahr seien. Das Verschwinden der drei Mädchen sei deshalb - auch für ihre Familien - eine "große Überraschung", hieß es.

Wegen eines wachsenden Trends von Mädchen und jungen Frauen, die Interesse an einem Beitritt zum "Islamischen Staat" zeigten, zeigt sich Scotland Yard zunehmend besorgt.

Premierminister David Cameron sagte, das Verschwinden der Teenager sei "zutiefst besorgniserregend". Er appellierte an Schulen und Universitäten, darauf hinzuwirken, dass sich Menschen nicht den Extremisten und ihrem "widerwärtigen Todeskult" anschlössen. Die Terrormiliz IS kontrolliert Teile des Iraks und Syriens.

Quelle: ntv.de, dsi

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