Politik
Horst Seehofer schwört seine Partei-Kollegen auf den Wahlkampf ein.
Horst Seehofer schwört seine Partei-Kollegen auf den Wahlkampf ein.(Foto: dpa)
Samstag, 15. September 2018

Kampfansage auf dem Parteitag: Seehofer findet CSU "passabel" aufgestellt

In rund vier Wochen wird in Bayern gewählt. Die Umfragewerte für die CSU sind so schlecht wie lange nicht. Beim Parteitag ermahnt CSU-Chef und Innenminister Seehofer seine Partei-Kollegen, nicht zu "nörgeln", Söder formuliert einen "Weckruf".

Trotz schlechter Umfragewerte von nur noch 35 Prozent sieht CSU-Chef Horst Seehofer seine Partei vier Wochen vor der Bayernwahl nicht unter Druck. "Aus meiner Sicht stehen wir ganz passabel zum Beginn des Wahlkampfes dar, und wir werden in den nächsten vier Wochen alles in die Waagschale werfen, damit wir gut abschneiden", sagte er beim CSU-Parteitag in München.

Video

Ziel der CSU, die bei der Landtagswahl 2013 noch 47,7 Prozent erreichte, sei es, so stark wie möglich zu werden. Im Wahlkampf müsse die Partei nun zusammenstehen "und nicht nörgeln". Er selbst werde seinen Beitrag dazu leisten und eng mit dem Spitzenkandidaten, Ministerpräsident Markus Söder, zusammenarbeiten. Eine besondere Demonstration der Geschlossenheit sei nicht erforderlich, sie müsse einfach gelebt werden: "Nichts ist so überzeugend wie die Praxis." Das Verhältnis zwischen Seehofer und seinem früheren Dauerrivalen Söder gilt als schwierig.

Auch Söder äußerte sich zu den historisch schlechten Umfragewerten der CSU. Er ist der Ansicht, dass das Umfragetief zu einer Trendumkehr im Wahlkampf führen könne. "Die Umfragen waren nicht schön, aber sie bieten die Chance auf einen Weckruf", so der CSU-Spitzenkandidat. Er glaube schon, dass manch einer der CSU einen Schubser oder einen kleinen Denkzettel geben wolle. "Aber so viel Denkzettel, dass die ganze Wahl dazu führt, dass dieses Bayern ein ganz anderes wird als vorher. Das, glaube ich, wollen die Leute nicht."

"Die CSU ist nicht verzagt, wir sind da"

Söder betonte, dass es bei der Wahl um Bayerns Sonderstellung in Deutschland gehe. "Nicht nur um die CSU, sondern um ganz Bayern und die Rolle und Stärke, die Bayern in ganz Deutschland spielt", sagte Söder. Ein Landtag mit bis zu sieben Fraktionen sorge dafür, dass die Regierungsarbeit schwerer werde, da alle anderen Parteien originär aus Berlin geführt würden und nationale, aber keine bayerischen Interessen verfolgten. "Linkspartei, Rechtsextreme, ein völlig zersplittertes Parteiensystem. Wenn wirklich dieser Trend sich bestätigen würde, dann erleben wir ein Bayern, das nicht mehr das gleiche ist wie vorher."

Zudem betonte CSU-Generalsekretär Markus Blume die Kampfeslust der Christsozialen. "Die CSU ist nicht verzagt, wir sind da", sagte Blume auf dem CSU-Parteitag. Die CSU sei immer dann besonders stark gewesen, wenn es auf sie angekommen sei. Die CSU sei der Garant für Stabilität in Bayern und Bayern sei der Garant für Stabilität in Deutschland.

Die Christsozialen wollen auf dem Parteitag die heiße Phase des Wahlkampfs zur Landtagswahl am 14. Oktober einläuten. Umfrage zufolge droht der Partei der Verlust ihrer absoluten Mehrheit und ein historisch schlechtes Ergebnis von unter 40 Prozent.

Quelle: n-tv.de