Politik

Russland setzt Angriffe fortSelenskyj kündigt nächstes Dreier-Treffen in Abu Dhabi an

01.02.2026, 15:06 Uhr
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Vor einer Woche liefen die ersten trilateralen Gespräche unter Vermittlung der USA mit ihrem Chefunterhändler Steve Witkoff in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate. (Foto: via REUTERS)

Eigentlich waren die nächsten Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs für diesen Sonntag angekündigt. Doch nun findet das Treffen laut dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj erst am nächsten Mittwoch und Donnerstag statt. Indes attackiert Russland die Verkehrsinfrastruktur der Ukraine.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für kommende Woche neue Gespräche über eine Beendigung des russischen Angriffskriegs in Abu Dhabi angekündigt. "Die Termine für die nächsten trilateralen Treffen stehen fest - 4. und 5. Februar in Abu Dhabi", teilte er bei Telegram mit. Er habe einen entsprechenden Bericht seines Verhandlungsteams erhalten. Trilaterale Gespräche - also zwischen ukrainischen und russischen Vertretern sowie US-Unterhändlern - hatte es vergangenes Wochenende bereits in Abu Dhabi gegeben. Von russischer Seite gab es bisher keine Bestätigung.

"Die Ukraine ist bereit für eine substanzielle Diskussion, und wir sind an einem Ergebnis interessiert, das uns einem echten und würdigen Ende des Krieges näher bringt", teilte Selenskyj mit. Allein in der vergangenen Woche habe Russland die Ukraine unter anderem mit 980 Drohnen und fast 1100 Gleitbomben angegriffen. Das Land brauche dringend Luftabwehrraketen.

Ukrainer und Russen hatten für diesen Sonntag angekündigt, in Abu Dhabi ihre vor einer Woche nach langer Zeit begonnenen direkten Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges wieder aufzunehmen. Der Kreml in Moskau und Selenskyj hatten den Termin zwar angekündigt, aber - wie vorige Woche - weder einen genauen Ort noch einen Zeitpunkt genannt.

Vor einer Woche liefen die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Vermittlung der USA mit ihrem Chefunterhändler Steve Witkoff. Witkoff traf sich indes am Samstag in Miami mit Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew. Der Russe teilte bei X mit, es habe ein konstruktives Treffen mit der US-Delegation gegeben. Er habe auch produktive Gespräche mit einer Arbeitsgruppe zu den amerikanisch-russischen Wirtschaftsbeziehungen geführt.

Witkoff schrieb seinerseits, es habe produktive und konstruktive Gespräche mit Dmitrijew im Zuge des Vermittlungsversuchs der USA zur Lösung des Ukraine-Kriegs gegeben. Das Treffen habe die Ansicht bestärkt, dass Russland darauf hinarbeite, Frieden in der Ukraine zu sichern. Von US-Seite waren laut Witkoff auch Finanzminister Scott Bessent, der Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und Regierungsberater Josh Gruenbaum dabei.

Trotz der immer wieder als "konstruktiv" und "produktiv" beschriebenen zahlreichen Zusammenkünfte ist eine Einigung auf ein Friedensabkommen aber bisher nicht in Sicht. Zentral für Moskau sind Forderungen nach Gebietsabtretungen. Russland verlangt, dass sich die Ukraine auch aus jenen Teilen des Donbass - dieser umfasst die Gebiete Luhansk und Donezk - zurückzieht, die weiterhin von Kiew kontrolliert werden. Präsident Selenskyj hatte solche Abtretungen wiederholt abgelehnt. Die Russen versuchen seit Jahren vergeblich, diese Gebiete zu erobern.

Erneut Tote bei russischen Drohnenangriffen

Russland erklärte sich zwar auf Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden in Kiew und anderen Städten von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes zeitweilig abzusehen. Die Vereinbarung soll nach russischen Angaben zunächst nur bis zu diesem Sonntag gelten, um angeblich auch eine gute Grundlage für die Verhandlungen in Abu Dhabi zu schaffen. Angriffe auf andere Ziele wurden aber fortgesetzt.

Selenskyj beklagte, dass sich die Attacken auf die Bahn- und andere Verkehrsinfrastruktur verlagert hätten. "Es ist offensichtlich, dass die Russen unsere Städte voneinander abschneiden wollen", sagte er in seiner Videobotschaft. Das russische Verteidigungsministerium teilte in Moskau mit, es habe Angriffe auf die von den ukrainischen Streitkräften genutzte Verkehrsinfrastruktur sowie auf Munitionsdepots gegeben.

Bei einem russischen Drohnenangriff in der Stadt Dnipro starben ein Mann und eine Frau, wie Militärgouverneur Olexander Hanscha mitteilte. Es sei ein Feuer ausgebrochen. Ein Haus sei zerstört, zwei weitere Gebäude seien beschädigt worden. Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten insgesamt 90 russische Drohnenangriffe im Land, insgesamt habe es gut ein Dutzend Einschläge gegeben

Neue Meldungen über russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen gab es indes nicht. Allerdings kam es am Samstag zu einem Blackout durch einen Ausfall von Leitungen. Die Arbeiten zur Wiederherstellung der Versorgung dauerten auch an diesem Sonntag noch an. Im ganzen Land gab es Behörden zufolge weiter Notabschaltungen.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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