Politik

"Notfalls" über Donezk hinaus Separatisten kündigen Großoffensive an

Nach dem Rückzug der ukrainischen Truppen vom Hauptterminal des Donezker Flughafens sehen sich die Separatisten offenbar im Aufwind. Separatistenführer Sachartschenko kündigt eine Offensive an. Dabei soll es keine Grenzen geben.

Nach dem Blutbad an einer Bushaltestelle im Konfliktgebiet um Donezk haben die prorussischen Aufständischen eine neue Großoffensive angekündigt. Es solle die gesamte Krisenregion erobert werden - "notfalls" auch über die Gebietsgrenze von Donezk hinaus, sagte Separatistenführer Alexander Sachartschenko in Donezk nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax.

"Falls ich eine Gefährdung für die Donezker Erde von irgendeiner Siedlung sehe, werde ich diese Gefahr auch dort beseitigen", drohte er. Versuche einer Waffenruhe werde es vonseiten der Aufständischen nicht mehr geben. Bewaffnete Kräfte der "Volksrepubliken" würden derzeit auf mehrere Orte vorstoßen.

Angesichts der letzten Gewaltexzesse forderte derweil Russland ein rasches Treffen der Krisen-Kontaktgruppe. Ohne neue Gespräche der Konfliktparteien unter Leitung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sei eine Deeskalation der Lage nicht in Sicht, sagte Vizeaußenminister Gennadi Karassin in Moskau. "Die Lage ist so verschärft, dass hier dynamische und entschiedene Handlungen notwendig sind", sagte er laut Interfax.

Ukraine stockt Truppen auf

Die Bundesregierung unterbreitete laut einem Zeitungsbericht dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Angebot zur Lösung des Konflikts. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Gespräche zwischen EU und Eurasischer Union über "Möglichkeiten einer Kooperation in einem gemeinsamen Handelsraum" in Aussicht gestellt, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". "Dazu sind wir bereit", sagte Merkel demnach auf dem Wirtschaftsgipfel in Davos. Die Kanzlerin machte allerdings eine umfassende Friedenslösung in der Ukraine zur Bedingung.

Die Kämpfe hatten sich in diesem Monat deutlich verschärft. Derzeit kontrollieren die prorussischen Separatisten mehr Gebiete, als im September in Minsk bei den Verhandlungen über eine Feuerpause vereinbart worden war. Die ukrainische Armee hatte sich zuletzt vom umkämpften Hauptterminal des Flughafens von Donezk zurückgezogen. Nach Darstellung der Aufständischen starben in der Nacht zum Freitag mindestens 16 Zivilisten. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Zudem sollen 24 Aufständische getötet und 30 verletzt worden sein.

Präsident Petro Poroschenko warf Russland zuletzt vor, die Separatisten auf dem Territorium seines Landes mit 9000 Soldaten zu unterstützen. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kündigte die Aufstockung der Armee um 68.000 Soldaten auf eine Gesamtstärke von 250.000 an.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/rts

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