Politik

Küstenkoalition auf der Kippe So knapp wird es in Schleswig-Holstein

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(Foto: dpa)

Es ist ein Stimmungstest für die Bundestagswahl. Schleswig-Holstein wählt an diesem Wochenende einen neuen Landtag. Und so viel zeigt die jüngste Umfrage: Der Wahlabend wird spannend.

Kurz vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am Sonntag zeichnet sich einer Umfrage zufolge keine Mehrheit für die regierende Koalition aus SPD, Grünen und SSW ab. Im neuen ZDF-"Politbarometer Extra" kommt die CDU unverändert auf 32 Prozent. Die SPD büßt im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 29 Prozent ein.

Die Umfragewerte der Grünen (12 Prozent), AfD (6 Prozent) und des Südschleswigschen Wählerverbands SSW (3 Prozent) bleiben unverändert. Die FDP verbessert sich um 2 Punkte auf 11 Prozent. Die Linke verliert einen halben Prozentpunkt auf 4,5 Prozent.

Damit hätte die amtierende Regierung aus SPD, Grünen und SSW unter SPD-Ministerpräsident Torsten Albig keine Mehrheit mehr. Außer einer großen Koalition wären allein Dreierbündnisse aus SPD oder CDU mit Grünen und FDP möglich.

35 Prozent der Befragten sind sich noch unsicher, ob und wen sie wählen wollen. Vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eine Woche später gilt der Urnengang als vorletzter wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Rund 2,3 Millionen Menschen sind in Schleswig-Holstein zur Wahl aufgerufen.

Albig verliert an Zustimmung

Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsidenten hätte, verfügt der SPD-Kandidat und Amtsinhaber Torsten Albig mit 43 Prozent (minus 3 Punkte im Vergleich zur Vorwoche) nur noch über einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten vor seinem Herausforderer von der CDU. Daniel Günther kommt auf 36 Prozent (plus 5).

Zum Wahlkampf-Endspurt kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Freitag nach Schleswig-Holstein. Dort will die CDU-Chefin ihren Parteifreunden im Norden mit Auftritten in Eckernförde und Norderstedt den Rücken stärken. Erwartet wird, dass sich die Kanzlerin zu Verkehrsprojekten, Bildung und Flüchtlingspolitik äußert.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz zeigte sich bei seinem Wahlkampfabschluss im Norden am Donnerstag ungeachtet der auch bundesweit nachlassenden Umfragewerte zuversichtlich. "Als ich gewählt wurde, lag die SPD bei maximal 21 Prozent in den Umfragen. Jetzt liegen wir 100 Tage später bei 29, 30 Prozent. Wenn in den nächsten 100 Tagen die Entwicklung so weitergeht, bin ich zufrieden", sagte Schulz am Donnerstag bei einer Zugfahrt von Kiel nach Lübeck. Entscheidend für ihn sei, dass die SPD wieder an Selbstbewusstsein gewonnen habe. Die Wahlen in Schleswig-Holstein an diesem Sonntag und eine Woche später in Nordrhein-Westfalen gelten auch als wichtige Bewährungsproben für Schulz.

Piraten fliegen raus

Momentan sitzen im Landtag in Kiel mit SPD, CDU, Grünen, FDP, Piraten und SSW sechs Parteien. Den Piraten werden keine Chancen eingeräumt, erneut in das Parlament einzuziehen. 2012 erhielten sie 8,2 Prozent der Stimmen und stellen seither sechs Abgeordnete.

Bei der Wahl 2012 kam die CDU auf 30,8 Prozent und lag damit knapp vor der SPD, die es auf 30,4 Prozent brachte. Die Grünen erreichten 13,2 Prozent, die FDP 8,2 Prozent und der SSW 4,6 Prozent. Die Linke scheiterte mit 2,3 Prozent an der Fünfprozenthürde.

Quelle: n-tv.de, ghö/rts/AFP