Politik

Droht "plötzlich Opposition"? Söder: Union muss für Wahlsieg mehr tun

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CSU-Chef Söder (r.) findet, die Union habe sich auf den Fehlern anderer ausgeruht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Kanzlerduell der Union unterliegt Söder, nun fürchtet er, die Union könnte das Kanzleramt ganz verlieren. Spitzenkandidat Laschet müsse sich nach der Flut in NRW nun wieder mehr auf "nationale und internationale Herausforderungen" konzentrieren. Auch um den Koalitionspartner in Bayern macht er sich "Sorgen."

CSU-Chef Markus Söder hat die Unionsparteien und indirekt den gemeinsamen Spitzenkandidaten für das Kanzleramt, Armin Laschet, in deutlichen Worten aufgefordert, mehr Anstrengungen im Wahlkampf zu unternehmen. Es sei längst nicht selbstverständlich, dass CDU und CSU erneut eine Regierung bilden und das Kanzleramt verteidigen könnten, sagte Söder im Gespräch mit dem "Spiegel".

Die Schwesterparteien müssten in den nächsten Wochen noch besser klarmachen, wofür die Union steht, so Söder. Dafür nahm er Laschet in die Verantwortung, der zwar ein "guter Kanzlerkandidat", zuletzt aber als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen mit der Bewältigung der Flutkatastrophe gebunden gewesen sei. Nun müsse man bald auch wieder über "wichtige nationale und internationale Herausforderungen" sprechen.

Weil sich die Union nach dem Ende des ersten Hochs der Grünen in Sicherheit gewogen habe, bestehe nun im September "die Gefahr einer Ampel", warnte Söder. Die zwischenzeitliche Umfragestärke sei nur zustande gekommen, weil man "von den Fehlern der anderen profitiert" habe. "Das reicht aber nicht aus. Ein halbes Prozent hin oder her, hier ein paar Ausgleichsmandate, dort einige Überhangmandate - und plötzlich sind wir in der Opposition."

Aiwanger "riskiert, zu ertrinken"

Auch mit seinem Koalitionspartner in der Landesregierung ging der bayerische Ministerpräsident hart ins Gericht und distanzierte sich von Hubert Aiwanger und dessen Aussagen zur Corona-Impfung. Der Chef der Freien Wähler verweigert selbst seit geraumer Zeit die Impfung gegen das Virus und hatte zuletzt von einer "Jagd" auf Ungeimpfte gesprochen. Söder sagte dem "Spiegel", er mache sich "Sorgen" um Aiwanger.

"Er wandelt auf einem schmalen Grat. Unabhängig davon, dass es in der Sache falsch ist, verstört der Sound der Argumente", so Söder. Wer glaube, sich bei rechten Gruppen und Querdenkern anbiedern zu können, verlasse die bürgerliche Mitte und nehme am Ende selbst Schaden. "Wir stehen auf der höchsten Stufe menschlicher Zivilisation und sind beim Impfen zum Teil mit Argumenten aus dem Mittelalter konfrontiert. Wer meint, in einem solchen Becken fischen zu können, der riskiert, darin zu ertrinken."

Quelle: ntv.de, mra

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