"Wirklich nicht zu viel verlangt"Söder fordert "eine Stunde Mehrarbeit" - Schwesig widerspricht

Markus Söder will Deutschland mit der Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit aus der Wirtschaftskrise holen. Der bayerische Ministerpräsident ruft zudem zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der Einführung eines unbezahlten Karenztages auf.
Die Deutschen sollten nach Ansicht des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder insgesamt mehr arbeiten. In der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" sagte der CSU-Chef: "Eine Stunde mehr Arbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt." Söder unterstützte zudem die Forderung von Bundeskanzler Friedrich Merz, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen.
Söder fände auch die Einführung eines sogenannten Karenztages bei Krankheit gut. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würde das bedeuten, dass sie am ersten Krankheitstag keinen Lohn bekämen. "An Brückentagen ist Deutschland immer etwas kranker als wann anders", beklagte der bayerische Ministerpräsident.
Widerspruch kommt von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. "Ich teile überhaupt nicht, dass die Deutschen zu wenig arbeiten," sagte die SPD-Politikerin. Die von der Union ausgelöste Diskussion gehe laut Schwesig an der Lebensrealität vieler Menschen vorbei.
Schwesig wies zudem Forderungen aus der Union zurück, Sozialleistungen wie das Arbeitslosengeld zu kürzen, um so die Lohnnebenkosten zu senken. "Das Problem der hohen Arbeitslosigkeit ist nicht, dass die Menschen zu wenig arbeiten, sondern dass gerade ganz viele Stellen abgebaut werden und da muss der Kanzler ran", forderte sie.