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Kein Rückenwind für Landtagswahl Söder schiebt CSU-Umfragetief auf Berlin

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Ministerpräsident Söder lobt die Erfolge seiner Regierung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach derzeitigem Stand dürfte die CSU bei der Landtagswahl in Bayern ihre absolute Mehrheit verlieren. Ministerpräsident Söder sieht darin aber kein eigenes Verschulden. Allerdings stellt selbst ein FDP-Vize einen Stimmungswandel in dem Bundesland fest.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht die Gründe für das andauernde Umfragetief seiner Partei vornehmlich auf Bundesebene. Es sei "überwiegend geprägt von Berliner Entscheidungen", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur". Anders als 2013 komme für die im Herbst anstehenden Landtagswahlen kein Rückenwind aus Berlin, sagte Söder weiter.

Die Politik im Freistaat habe indes eine Menge auf den Weg gebracht, auch in der Asylpolitik, betonte Söder. "Wir müssen uns deshalb stärker auf Bayern fokussieren." Der Ministerpräsident, der seit vier Monaten die politischen Geschicke des Freistaates lenkt, fügte hinzu: "Wir müssen dem Land Führung und Richtung geben." Gleichwohl forderte er seine Parteifreunde auf: "Auch aus Berlin wünsche ich mir Unterstützung."

Allerdings steht die CSU nach Meinung des stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki bei der Landtagswahl vor einer herben Niederlage. "Wenn selbst eingefleischte CSU-Mitglieder sagen: Diesmal kann man die einfach nicht wählen, dann ist das bemerkenswert", sagte Kubicki. Eine deutliche Niederlage der CSU wäre aus seiner Sicht der Verlust der absoluten Mehrheit und nicht mehr als 40 Prozent. Selbst CSU-Mitglieder hätten ihm signalisiert, dass sie mit Ministerpräsident Markus Söder nicht besonders zufrieden seien, sagte Kubicki. So schüttelten sie den Kopf über die Vorgabe, in Behörden christliche Kreuze anzubringen.

Kubicki hatte seine Parteifreunde in Bayern in der vorigen Woche drei Tage im beginnenden Landtagswahlkampf unterstützt. Dabei habe er einen Stimmungswandel ausgemacht. "Interessanterweise scheint es so zu sein, dass die Sicherheit, die die CSU lange ausgestrahlt hat, sie werde die Landtagswahl im Oktober erfolgreich gestalten, geschwunden ist."

Umfragen der vergangenen Monate sehen die CSU bei der Landtagswahl im Oktober weit von der Verteidigung der absoluten Mehrheit entfernt. Demnach müssten sich die Christsozialen nach der Landtagswahl am 14. Oktober einen Koalitionspartner suchen.

Laut Forsa-Zahlen vom Monatsbeginn für das RTL/n-tv Trendbarometer kommt die CSU derzeit im Falle einer Landtagswahl auf 38 Prozent der Stimmen. Bei einer Bundestagswahl würde sie in Bayern sogar nur 34 Prozent der Wähler für sich gewinnen können.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP

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